Mehr Energie durch Sauerstoff

Walter Last

Vitamin C ist gut – DMSO und MSM auch. Kombiniert man diese drei Mittel, erhält man einen Synergie-Effekt, der unserem Organismus zu mehr Sauerstoff und damit zu mehr Energie verhilft. Ein einfaches Rezept zum selber Ausprobieren.


Es gibt viele Geschichten und Erfahrungsberichte von Menschen, die sich durch die Einnahme von Nahrungsmittelergänzungen wie Vitamin C, MSM, DMSO und Nicotinamid (Vitamin B3) – manchmal auch allen zusammen – besser und energiegeladener fühlen. Das Spektrum der Möglichkeiten zeigt sich anhand einiger Beispiele aus dem Internet.

Dr. Jacob etwa [der Entdecker von DMSO und MSM] stellt dort drei Fallgeschichten vor, bei denen die tägliche Einnahme von fünf, zehn und dreißig Gramm MSM (Dimeythylsulfon) Patienten mit Fibromyalgie und chronischem Erschöpfungssystem dabei half, ihre Mattheit und ihre Schmerzen teilweise oder ganz zu überwinden. Wir finden auch Berichte über einen Leistungssportler, der jeden Morgen MSM und Ascorbinsäure zu gleichen Teilen mischte und trank. Dadurch erhielt er einen extremen Energieschub – und zwar einen deutlich stärkeren, als eine der Substanzen allein gebracht hätte. Und ein Dr. Hoffer half tausenden Krebs- und Schizophrenie-Patienten mit Gaben von hochdosiertem Vitamin C und Vitamin B3.

Einer der Erfahrungsberichte aus dem Netz liest sich so:

„Ich verrieb eine großzügige Menge DMSO [Dimethylsulfoxid] auf meinem Bauch. Ein paar Stunden später fühlte ich mich beim Tennisspielen sehr energiegeladen und viel beweglicher. Ich habe diesen Selbstversuch seither einige Male wiederholt und stets dieselben Ergebnisse damit erzielt.“

In einem anderen Bericht geht es um Alzheimer-Erkrankung und senile Demenz:

„Ich habe Mama mit ihrem Fruchtsaft etwas flüssiges DMSO verabreicht – und binnen einer Stunde war sie ein neuer Mensch, konnte sich unterhalten, lachte und war aufgeweckt. Als die Wirkung des DMSO nachließ, war sie wieder matt, desorientiert und gähnte dauernd. Also gab ich ihr diesmal einen ganzen Teelöffel DMSO, und eine Stunde später war sie wieder lebendig, führte ein Gespräch und war energiegeladen.“1

Bei Alzheimer-Kranken verbesserte auch Vitamin B3 das Erinnerungsvermögen und die Tatkraft der betroffenen Personen.2 Das ist keineswegs überraschend, weil Nicotinamid auch bei vielen anderen Leiden wirksam ist; so führt es zum Beispiel eine Besserung oder Normalisierung bei schizophrenen Patienten herbei, ebenso wie bei Senilität, Arthritis, Hyperaktivität oder Verhaltens- und Lernstörungen bei Kindern, Krebs, Dermatitis, Diabetes mellitus, Erschöpfungszuständen und Energielosigkeit.3 Dass ein einziges Vitamin gegen eine derartige Vielzahl von Problemen hilft, liegt daran, dass Vitamin B3 eine Schlüsselrolle als Koenzym in der oxidativen zellulären Energieproduktion spielt. Zu den weiteren Nährstoffen, die für die Zellatmung entscheidend sind, gehören Kupfer sowie die Vitamine B2 und B6.

Im folgenden möchte ich zu erklären versuchen, wie man diesen Energiezuwachs als das Ergebnis einer gesteigerten Sauerstoffversorgung anaerober Zellen interpretieren kann.

Alternative Sauerstoffzufuhr

Der menschliche Körper wird in erster Linie durch das Hämoglobin in den roten Blutkörperchen mit Sauerstoff versorgt. Das Problem dabei ist, dass Sauerstoff nur an jene Gewebe geliefert wird, in denen Kohlendioxid vorhanden ist, wie es im Rahmen des aeroben Energiestoffwechsels durch Muskel- oder Gehirnaktivität erzeugt wird.

Bei manchen Menschen kann es aber durch eine hohe Konzentration an Candida, Pilzen und anderen Mykobakterien in Teilen des Gehirns oder verschiedenen Muskeln zu einem anaeroben Energiestoffwechsel kommen. Einen solchen Stoffwechsel weisen auch Krebszellen auf, die aber durch eine gesteigerte Sauerstoffzufuhr wieder normal werden können, sodass die Tumore einfach dahinschwinden.4 Anaerobe Zellen erzeugen kein Kohlendioxid und beziehen daher nicht genügend Sauerstoff aus dem normalen Blutkreislauf. Aus diesem Grund sind bei allen mit Energiemangel in Zusammenhang stehenden Beschwerden zusätzliche Methoden der Sauerstoffversorgung, die zur Sauerstoff-Freisetzung kein Kohlendioxid benötigen, äußerst förderlich.

Vitamin C und MSM eignen sich hier als Nahrungsergänzungen besonders gut, da sie durch Reduktions-Oxidations-Reaktionen Redox-Paare bilden können. Eines dieser Paare besteht aus Vitamin C (Ascorbinsäure oder Ascorbat) als reduzierter Form und DHA (Dehydroascorbinsäure) als oxidierter Form. Ein weiteres setzt sich aus DMSO als reduzierter und MSM als oxidierter Form zusammen.5

Ihr Wirkungsprozess sieht so aus: In einer sauerstoffarmen Umgebung wie etwa einer Zelle mit anaerobem Stoffwechsel verändert sich ein Redox-Paar von der oxidierten in die reduzierte Form, indem es ein Atom hochreaktiven Sauerstoff abgibt. Sobald Vitamin C oder DMSO dann in den Blutkreislauf zurückkehren und mit dem Blut durch die Lungen strömen, werden sie wieder in ihre oxidierten Formen umgewandelt. So kann sich der Redox-Zyklus mehrere Male wiederholen, bis die Chemikalien nach und nach durch die Nieren ausgeschieden werden. Auf diese Art wird der oxidative Energiestoffwechsel wiederhergestellt, was mit dem Sauerstoff in den roten Blutkörperchen nicht möglich ist.

Nur in oxidierter Form gelangt Vitamin C ins Gehirn und in die meisten anderen Zellen. Es kann nicht direkt in reduzierter Form in die Zellen eindringen – nur oxidiert als DHA. Innerhalb der Zelle wird es dann reduziert, indem es Sauerstoff freisetzt. Bei der üblicherweise eingenommenen Menge Vitamin C und MSM ist die Menge des freigesetzten Sauerstoffs allerdings so gering, dass sie nicht viel bewirkt – vor allem nicht in Zellen, die Kohlendioxid erzeugen und ihren Sauerstoff ohnehin aus dem Hämoglobin beziehen. In anaerobem Gewebe und bei der Einnahme hoher Mengen ist die Wirkung jedoch äußerst signifikant. Der auf diese Art freigesetzte Sauerstoff ist zunächst hochreaktiv und tötet nachgewiesenermaßen die Mikroben innerhalb der Zellen ab, die die Blockierung erst herbeigeführt haben; danach setzt er den blockierten oxidativen Energiestoffwechsel wieder in Gang.

Wasserstoffperoxid und Ozon eignen sich meiner Ansicht nach nicht zu einer Sauerstoffzufuhr, mit der der zelluläre Sauerstoffmetabolismus wiederhergestellt werden kann. Mit Wasserstoffperoxid lassen sich zwar pilzartige Darmmikroben sehr gut zerstören oder in den Griff bekommen, doch für die Sauerstoffzufuhr zu anaeroben Geweben weiter innen im Körper ist diese Verbindung einfach zu reaktionsfreudig und würde in den benötigten hohen Mengen zu viel Schaden in den Antioxidantiensystemen anrichten. Der Einsatz von Wasserstoffperoxid in intravenösen Infusionen hat – wie auch der von Ozon – sehr gute Resultate bei der Bekämpfung von Mikroben im Blut gezeitigt. Aber eine Blutreinigung lässt sich genauso gut oder besser durch häufige orale Gaben von Natriumascorbat und MSM erzielen, als wenn man gelegentlich Wasserstoffperoxid oder Ozon intravenös verabreicht.

Vitamin C ist seit langem als gute Behandlungsmethode gegen Virusinfektionen bekannt, doch laut aktuellen Forschungsergebnissen ist eigentlich DHA das wirksame antimikrobielle Mittel, da es bis zu tausendmal stärker ist als die reduzierte Form von Vitamin C.6 Im Zusammenspiel mit Eisen- oder Kupfer-Ionen erhöht sich die Wirkung noch. Wahrscheinlich ist das der Grund dafür, dass bei Infektionen die Kupferwerte im Blut erhöht sind.

Personen mit zu viel Eisen im Körper – vor allem ältere Menschen und solche, die an Hämochromatose (Eisenspeicherkrankheit) leiden – werden möglicherweise kein Vitamin C einnehmen wollen, weil ihnen ihr Arzt gesagt hat, dass sich dadurch die Eisenaufnahme erhöhen könnte. Vom biochemischen Standpunkt her ist eine Eisenüberladung aber ein Problem des Redox-Gleichgewichts, wobei zuviel Eisen in Form von oxidiertem Eisenoxid gespeichert wird. Dieses Ungleichgewicht lässt sich durch eine ausreichend hohe Menge Vitamin C (zehn Gramm Natriumascorbat, über den ganzen Tag verteilt eingenommen) beheben und  Hämochromatose heilen weil dadurch das Redox-Gesamtpotenzial des Körpers normalisiert wird.7

Wie man Vitamin C und MSM anwendet

Es empfiehlt sich, die Vitamin-C- und MSM-Systeme gemeinsam einzunehmen, zum Beispiel in Form von bis zu zehn Gramm Natriumascorbat, zehn bis zwanzig Gramm MSM sowie eventuell zwei bis drei Teelöffeln von 50- bis 70-prozentigem DMSO, das vor allem über Problemzonen des Körpers in die Haut eingerieben wird. Man sollte diese Behandlung vorzugsweise über den Tag verteilen und die verwendeten Mengen nur langsam steigern, um möglichem Durchfall und anderen Reaktionen vorzubeugen. Wenn Probleme auftauchen, ist eine Verringerung der Dosis anzuraten.

Man kann die Pulver in Getränke oder ins Essen mischen, aber auch in einem Liter Wasser oder Fruchtsaft auflösen und dann während des Tages immer kleine Schlucke der Flüssigkeit zu sich nehmen. Bei Anzeichen von Übersäuerung und wenn man den Säure-Basen-Haushalt regulieren muss, kann man dazu Natron und / oder Kaliumcitrat in der benötigten Menge in dasselbe Getränk einrühren.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, einen Großteil des Vitamins C vor der Einnahme zu oxidieren – das hilft sehr gut gegen Infektionen. Dazu löse man einen Teelöffel Natriumascorbat und ein bis zwei Teelöffel MSM in einem großen Glas Wasser auf und füge einen Teelöffel dreiprozentiges oder etwa zehn Tropfen 35-prozentiges Wasserstoffperoxid, einen Teelöffel Glycerin und eine winzige Menge Kupfer- oder Eisensalz hinzu; bei einer Leberentzündung eignet sich am besten Kupfer-Salicylat. Die Mischung muss nicht gekühlt werden und sollte ebenfalls in kleinen Schlucken über den Tag verteilt getrunken werden. So kann man mit weniger Vitamin C eine stärkere antimikrobielle Wirkung erzielen.8

Während Ascorbinsäure in Deutschland in Kilogramm-Mengen leicht erhältlich und billig ist, wird das besser verträgliche Natriumascorbat blockiert und ist sehr teuer. Man kann Natriumascorbat selbst machen indem man Ascorbinsäure mit Natron neutralisiert – zwei Teile Ascorbinsäure mit einem Teil Natron. Zur Zeit kann es noch billig von www.ebay.co.uk bezogen werden, suchen Sie nach „sodium ascorbate powder“. Auch Niacinamide und andere Vitamine sind hier billiger. Alternativ kann man auch gepuffertes Vitamin-C-Pulver benutzen. Zusätzlich zu einem Vitamin-B-Komplex sollte man zum Frühstück und Mittagessen je 500 mg Nicotinamid einnehmen, da Vitamin B3 als wichtigstes Koenzym für diese energieerzeugenden Redox-Reaktionen benötigt wird und Nicotinamid zudem entzündungshemmend wirkt.

Ich vertrete den Standpunkt, dass diese alternativen Methoden zur Sauerstoffversorgung bei sämtlichen Leiden, die mit Energiemangel und Candida zu tun haben, aber auch bei Krebs, Autoimmunerkrankungen und chronischen sowie infektiösen Krankheiten sehr nützlich und hilfreich sind.

Endnoten

1.      Gregg, D.: „DMSO and MSM – The Biochemical Oxygen Transport Pair“ auf IP-Number.com, Oktober 1998; http://bit.ly/16EnvPn (Mehrere der Beispiele stammen von verschiedenen Seiten dieser Website.)

2.      Pekker, M.: „Niacinamide (Vitamin B3) May Prevent Alzheimer’s Memory Loss“ auf Alzheimers-Review.blogspot.com, 30.8.2010; http://bit.ly/13e2X2d

3.      Hoffer, A.: „Vitamin B-3 – Niacin and Its Amide“ auf DoctorYourself.com; http://bit.ly/10WDRUN

4.      Last, W.: „Krebstherapie: Eine neue Richtung“ in NEXUS-Magazin, 2013, 46:53–59; http://bit.ly/15yna1k

5.      Gregg, D.: „Cancer Health Notes“ auf IP-Number.com, Februar 2004; http://bit.ly/12QyCn7 (siehe auch die verlinkten Seiten „Items 1–21“ und „Items 22–32“ unter http://bit.ly/134rByX und http://bit.ly/1b4phB7)

6.      Furuya, A. et al.: „Antiviral effects of ascorbic and dehydroascorbic acids in vitro“ in International Journal of Molecular Medicine, 2008, 22(4): 541–545; http://bit.ly/18jKaqP

7.      Last, W.: „Natural Therapy for Hemochromatosis“ auf Health-Science-Spirit.com; http://bit.ly/10WEFc1

8.      Patent US 8324269 B2: „Stable compositions of dehydroascorbic acid“ auf google.com, 25.5.2010 (epub 4.12.2012); http://tinyurl.com/o548jxk

 

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