ARTHRITIS UND RHEUMA

Eine ganzheitliche Therapie

Walter Last

Arthritis ist eine Entzündung der Gelenke, während der Begriff „Rheuma“ eine Bandbreite von Symptomen umfasst. Diese wären z.B. Entzündung, Schmerz, Empfindlichkeit und Steifheit der Muskeln und Gelenke. Diese Krankheitsbilder sind sehr weit verbreitet und die meisten Menschen entwickeln im Laufe ihres Lebens eine Form von Arthritis oder Rheuma.

Für gewöhnlich werden Gelenkserkrankung meist als Gelenkrheumatismus, Arthrose und Gicht klassifiziert. Rheuma kann, abgesehen von den Gelenk- und Muskelschmerzen, auch die Sehnen, Knochen und Nerven befallen und kann sich auch als rheumatisches Fieber, Ischias Syndrom, Hexenschuss, Spondylitis oder Wirbelentzündung, Kreuzschmerzen, Schleimbeutelentzündung, Nervenentzündung und Myositis (Muskelentzündung oder Muskelverknöcherung) äußern.

Rheumatoide Arthritis betrifft meistens jüngere Menschen, wobei Frauen 3-mal häufiger betroffen sind als Männer. Rheumatoide Arthritis kann bis ins hohe Alter fortschreiten und dabei zunehmend mehr behindern. Zu den Frühsymptomen gehören Hautrötungen, Schwellungen und schmerzende Gelenke. Oft sind die Gelenke symmetrisch betroffen, also z.B. beide Handgelenke oder Knie. Schmerzen und Steifheit kann sich auch zu anderen Gelenken ausbreiten und den ganzen Körper befallen. Im Alter können sich Knoten und Knötchen an den Gelenken bilden, welche zu Deformierungen führen.

Arthrose tritt meist ab dem 40. Lebensjahr auf und wird auch als degenerative Gelenkerkrankung bezeichnet. Arthrose entwickelt sich viel langsamer als die rheumatoide Arthritis und verbreitet sich nicht in verschiedenen Teilen des Körpers. Aufgrund der chronischen Entzündung um die Gelenke nutzt sich der schützende Knorpel ab. Dies hat zur Folge, dass sich die Knochenenden aneinander reiben, angefressen werden und manchmal auch zusammenschmelzen (Ankylose oder Gelenkversteifung).

Gicht zeichnet sich durch schmerzhafte Gelenkentzündungen aus, hauptsächlich in den Händen und Füßen; meistens ist der Große Zeh besonders stark betroffen. In Blut und Gewebe findet sich ein hoher Harnsäurewert. Harnsäure und andere Gifte, sowie Stoffwechselreste lagern sich in den Muskeln und um die Nerven herum ab - häufig in Kombination mit einer Nahrungsmittelallergie - und erzeugen so Entzündungen und Schmerzen in den Muskeln (Myositis) und Nerven (Neuritis).

Die gängige ärztliche Behandlung für diese Krankheiten besteht hauptsächlich aus entzündungshemmenden Medikamenten, schmerzlindernden Maßnahmen und Physiotherapie um die Beweglichkeit der befallenen Gelenke einigermaßen zu erhalten. Allerdings kann dies die fortschreitende Verschlechterung der Krankheit weder verlangsamen noch rückgängig machen. Als letzten Ausweg können die Gelenke chirurgisch ersetzt werden.

FALSCHE ERNÄHRUNG

Arthritis wird manchmal die „gekochtes Essen Krankheit“ genannt. Ein hoher Verzehr von gekochten, süßen und fetthaltigen Lebensmitteln ist in der Regel typisch für die Entwicklung dieser Krankheit. Es kann aber auch sein, dass man süße und fetthaltige Lebensmittel nicht richtig verarbeiten kann. Ein hohes Vorkommen an Nahrungsmittelallergien, Mangelernährung, sowie eine ungesunde Darmflora sind weitere wichtige Faktoren.

Insbesondere rheumatoide Arthritis steht eng in Verbindung mit Nahrungsmittelallergien. Die meisten Erkrankten fühlen sich sichtlich besser, wenn sie fasten oder ihre Ernährung einschränken, d.h. das Essen vom Speiseplan streichen, auf welches man allergisch ist. Kuhmilch- und Weizenprodukte sind hierbei die verbreitetsten Übeltäter, aber in der Regel gibt es eine ganze Reihe von Nahrungsmitteln auf die vereinzelne Personen mit einer Verschlechterung der Symptome reagieren.

Wenn Aspirin und andere häufig verwendete schmerzlindernde Medikamente eingenommen werden, wird die Darmwand weniger effektiv darin, schädliche, teilweise verdaute, Nährstoffe zu blockieren. Auf lange Sicht entsteht häufig eine Verschlechterung  der Symptome. Das Gleiche passiert, wenn viele Fruchtsäuren über die Nahrung aufgenommen oder süße Speisen gegessen werden. Der leistungsschwache Stoffwechsel dieser Personen wandelt süße Lebensmittel nur teilweise in Energie um; aus dem Rest bildet sich Milchsäure. Säuren setzen Histamin frei, welches wiederrum Schwellungen und starke Entzündungsreaktionen verursacht. Daher verschlechtern sich entzündliche Erkrankungen, wenn viel Fruchtsäure oder säurebildende Lebensmittel aufgenommen werden. Basenbildende Lebensmittel hingegen sind von Vorteil, dies sind vor allem mineralienreiche Lebensmittel, hauptsächlich Gemüse.

Eine andere Lebensmittelgruppe die allergische Entzündungsreaktionen und Schmerzempfindlichkeit erhöhen, sind mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Diese werden zu Arachidonsäure (z.B. auch in Fleisch enthalten) umgewandelt und weiter in eine Gruppe von Gewebshormonen. Diese werden Prostaglandine genannt und sind entzündungsfördernd. Auch anorganisches Eisen in Ergänzungsmitteln und Wasser (braune Überreste) können Entzündungen auslösen.

Den gegenteiligen Effekt, Verringerung der Schmerzempfindlichkeit und Entzündungen, hat eine andere Gruppe von Ölen, welche die sogenannten Omega-3 Fettsäuren enthalten. Diese sind hauptsächlich in Leinsamen- und Fischöl enthalten und bilden Prostaglandine, welche entzündungshemmend sind.

Während die Lebensmittelunverträglichkeit ein häufiger Auslöser von rheumatoider Arthritis ist, können dies auch Allergien gegen eingeatmete Substanzen sein, wie z.B. Gas eines Gasherdes oder der Heizung, Autoabgase, Zigarettenrauch, Lösungsmitteldämpfe, Parfum, Mottenkugeln oder irgendeine andere anhaltend stark riechende Substanz Zuhause oder am Arbeitsplatz. Sogar Zahnpasta, Make-Up, Reinigungsmittel im Spülwasser, synthetische Kleidung - besonders Nylon - und auch irgendwelche Umwelt-, Agrar-, oder Nahrungsmittelchemikalien können der Auslöser dafür sein.

All diese Faktoren, welche die rheumatoide Arthritis auslösen oder beeinflussen, können auch zur Entstehung von Arthrose beitragen. Wie sich zu Beginn des Alters zeigt, muss es einen weiteren negativen Faktor geben, welcher sich mit fortschreitendem Alter entwickelt. Wie wir sehen, ist es nicht das Alter an sich, welches das eigentliche Problem darstellt, sondern die sich verschlechternde Gesundheit der meisten Menschen im fortschreitenden Alter, und dies ist ein wichtiger Unterschied.

Gelenke müssen gut mit Nährstoffen versorgt werden um eine gesunde Struktur beizubehalten. Vitamine, Mineralien und andere Nährstoffe werden in ausreichend hohen Konzentrationen benötigt, um den Knorpelaufbau der Gelenke und die Synovialhaut und die Flüssigkeiten, welche diese Umgeben, zu erhalten und zu regenerieren. Die meisten Menschen, welche sich von „Mischkost“ ernähren, haben einen mehr oder weniger großen Mangel an einem oder mehreren lebenswichtigen Nährstoffen und das wird über die Zeit zu einer allmählichen Verschlechterung der Gelenke führen, besonders jene, welche stark beansprucht werden aber keine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen bekommen. Häufig betroffen sind die durch Gewicht belasteten Gelenke bei übergewichtigen Personen und auch Gelenke mit alten Verletzungen.

Medizinische Studien

Es gibt verschiedene experimentelle Studien, welche das Ausmaß der Allergieprobleme, speziell bei der Verursachung von rheumatoider Arthritis, aufzeigen. In einem Bericht haben sich bei allen 45 Patienten bei allen sieben objektiven und subjektiven Krankheitsparametern erhebliche Verbesserungen gezeigt, während diese 7 Tage nur Wasser zu sich genommen haben; ein ähnliches Ergebnis wurde von einem anderen Autor in einer Studie mit 25 Patienten berichtet. Nachfolgende Versuche, bei denen mit Arthritis in Verbindung gebrachte Lebensmittel mit einbezogen wurden, haben heftige Reaktionen mit erheblichen Verschlechterungen ausgelöst.

Reaktionen treten vor allem gegen Nahrungsmittel auf, welche in unserer Gesellschaft übermäßig gebraucht werden. Während dies in Australien hauptsächlich Weizen, Kuhmilchprodukte und Fleisch sind, gibt es in den USA außerdem eine hohe Verbreitung von Allergien gegen Mais- und Soja-Produkte. Allerdings ist der ausschlaggebende Faktor die individuelle Vorliebe der betroffenen Person zu bestimmten Nahrungsmitteln. Nahrungsmittel nach denen wir süchtig sind und die wir am liebsten jeden Tag essen sind meistens die schlimmsten Übeltäter.

Ein anderer Bericht betrifft sechs Patienten mit rheumatoider Arthritis die alle einen Rückgang der Gelenkbeschwerden hatten nachdem sie auf einer kalorienarmen fettfreien Diät waren. Nachdem nach sieben Wochen wieder tierisches oder pflanzliches Fett aufgenommen wurde, haben alle Patienten eine Rückkehr der Symptome innerhalb von 72 Stunden bemerkt. Huhn, Käse, Distelöl, Rindfleisch oder Kokusnussöl haben alle zu einer Verschlechterung der Gelenkentzündung beigetragen.

Nahrungsmittel aus der Familie der Nachtschattengewächse haben häufig negativen Einfluss auf Arthritis. Dazu gehören Kartoffeln, Tomaten, Auberginen und Paprika. In einer Studie mit 5000 Arthritis-Patienten welche Nachtschattengewächse zu über 70% vermieden haben, haben die Patienten von einer allmählichen Verbesserung während der 7 Jahre des Experiments berichtet.

Nachtschattengewächse enthalten das Alkaloid [stickstoffhaltiges pflanzliches Gift] Solanin, welches am häufigsten in grünen Teilen der Kartoffel, aber auch in gewissem Maße in grünen Tomaten und grünen Paprika vorkommt. Es kann davon ausgegangen werden, dass es hauptsächlich die gelegentliche Aufnahme der grünen Teile der Nachtschattengewächse ist, welche zu Problemen mit Arthritis führen. Dies können auch grüne Paprika und die grünen inneren Teile einiger handelsüblicher Tomaten sein. Auch beschädigte Kartoffeln haben einen höheren Solaningehalt.

Menschen mit Arthritis haben häufig nicht genügend Magensäure um die Proteine ordentlich zu verdauen. Dies verursacht einen Mangel an Proteinen, Mineralien und Vitamin B12 und führt außerdem zu einer Überempfindlichkeit gegen Mikroben in Essen und Trinken. Aus einer Gruppe von 35 Arthritis-Patienten hatten 28,6% keine Magensäure (Achlorhydrie), während weitere 17% nur sehr geringe Mengen an Magensäure hatten (Hypochlorhydrie).

Man kann Salzsäure Ergänzungsmittel mit Mahlzeiten mischen, um die Verdauung zu unterstützen. Dies beeinflusst Entzündungen nicht nachteilig sofern man 2 bis 3 Stunden später einen halben Teelöffel Natron nimmt zum Neuralisieren. Solche Entzündungen werden durch unzureichend verstoffwechselte Fruchtsäuren verstärkt, wie z.B. durch Zitronensäue oder auch Essig. Allerdings lassen die Entzündungsprozesse mit fortschreitendem Alter nach, dafür nehmen Verkalkung und Steifheit zu. In diesem Stadium ist es sogar förderlich, viel Fruchtsäure und Apfelessig zu sich zu nehmen, um Verkalkungen zu vermindern.

Dieser Unterschied in der Reaktion auf Fruchtsäuren resultiert aus altersbedingten Veränderungen im Stoffwechsel. Zunächst verursacht der Verzehr von süßen Lebensmitteln eine Übersäuerung im Gewebe durch eine Ansammlung von Milchsäure und nicht metabolisierter Fruchtsäure. Dies führt zu Gelenkerosionen bei denen den Knochen Kalzium entzogen wird. Allerdings verlangsamt sich der Stoffwechsel mit zunehmendem Alter. Zucker kann dann zu Diabetes führen oder wird in Fett umgewandelt und kann dann zu Übergewicht führen. Nun entwickelt sich ein Mangel an metabolischen Säuren. Das Gewebe und die Flüssigkeit um die Gelenke werden zu basisch, die Entzündungen lassen nach; stattdessen beginnt sich Kalzium um die Gelenke abzulagern, was zu knöchernen Auswüchsen und zusammenwachsenden Gelenken führt (Ankylose oder Gelenkversteifung).

Der allgemein niedrige Magensäurespiegel in Kombination mit einer bereits angeschlagenen Darmflora könnten der Hauptgrund für das hohe Aufkommen an Fehlernährung bei Personen mit rheumatoider Arthritis sein. In einer Studie wurde berichtet, dass fast 75% der Patienten in Alabama Anzeichen einer Mangelernährung haben. Häufig gibt es einen Mangel an Protein, Zink, Folsäure, Pantothensäure (Vitamin B5), Vitamin C, Selen und Cystin. Cystin ist eine schwefelhaltige Aminosäure welche vor allem in Bindegewebe, Haut, Nägeln und Haar vorkommt. Bei Patienten mit Arthritis beträgt der Cystingehalt der Fingernägel nur 8,9% im Vergleich zum Normalwert von 12%. Rohes Eigelb ist die beste Quelle für schwefelhaltige Aminosäuren (außer man ist dagegen allergisch). Die beste Ergänzung für organische Schwefelverbindungen sind MSM and DMSO.

Fleisch und Zucker

Der Entzug von Kalzium aus den Gelenken, Knochen und Zähnen ist Hauptgrund für Arthritis, Osteoporose und Karies. Neben Bormangel sind es zwei häufig verwendete Lebensmittel, welche zu einem erhöhten Kalziumverlust mit dem Urin führen. Dies sind Fleisch und Zucker.

Fleisch stimuliert die Nebenschilddrüsen zur Überfunktion, was vor allem auf den hohen Phosphorgehalt zurück zu führen ist. Auch viele Softdrinks haben einen hohen Phosphorgehalt. Eine erhöhte Aktivität der Nebenschilddrüsen bedeutet, dass der Kalziumspiegel im Blut steigt. Die Quelle dieses zusätzlichen Kalziums sind die Gelenke und Knochen. Verglichen mit Vegetariern verlieren Fleischesser im Durchschnitt zwei- bis viermal so viel Kalzium mit dem Urin; je höher die Aufnahme von Fleisch und anderem tierischen Eiweiß, desto höher ist der Kalziumverlust.

Ähnlich verhält es sich mit Zucker. Nach der Einnahme von Zucker steigt der Insulinspiegel im Blut und dies wiederrum erhöht den Kalziumspiegel. Wenn Personen mit einem normalen Insulinwert 100g Zucker zu sich nehmen, wird sich der Verlust von Kalzium im Urin in etwa verdoppeln. Allerdings haben viele Personen einen schlechten Zuckerstoffwechsel mit einem gleichzeitig hohen Insulinwert wie bei Hypoglykämie (Unterzucker). Bei diesen Personen erhöht eine testweise Gabe von 100g Zucker den Kalziumverlust mit dem Urin um das Vierfache. Es ist unvorstellbar, dass die Gelenke bei einem so großen und andauernden Kalziumverlust gesund bleiben.

Ein weiterer wichtiger Nährstoff für die Gesunderhaltung der Gelenke ist Magnesium, welches ebenfalls von den Nebenschilddrüsen gesteuert wird. Wenn der Kalziumspiegel im Blut ansteigt wird der Magnesiumspiegel gesenkt und umgekehrt. Das bedeutet, eine erhöhte Magnesium-Aufnahme senkt den Kalziumspiegel im Blut, dadurch wird den Knochen und Gelenken weniger oder gar kein Kalzium entzogen. Bei einer ausreichenden Magnesium-Aufnahme ist es sogar möglich, dass Kalzium wieder in den Knochen und Gelenken eingelagert wird. Allerdings hat die Erfahrung gezeigt, dass eine hohe Kalzium-Aufnahme in dieser Situation nur zu Verkalkungen an den falschen Stellen führt, wie z.B. zu Verknöcherungen, Nierensteinen, Gelenksteife und Arteriosklerose (Arterienverkalkung).

Durch diese Erkenntnisse können wir auch verstehen, warum der allgemeine medizinische Rat zur Vorbeugung gegen Osteoporose – mehr Milchprodukte und Kalziumpräparate zu sich zu nehmen - grundsätzlich unwirksam ist. Klinische Studien haben gezeigt, dass der Kalziumverlust der Knochen unvermindert weitergeht. Die eigentliche Lösung wäre stattdessen, die Aufnahme von tierischen Eiweißen und Zucker zu minimieren und die Aufnahme von Magnesium und Bor zu erhöhen. Darüber hinaus spielen hormonelle Veränderungen (Wechseljahre) eine Rolle, ebenso wie Vitamin D-Mangel der durch regelmäßiges Sonnenbaden verhindert werden kann.

Eine Ernährung bei der hauptsächlich Fleisch und andere tierische Eiweiße gegessen werden, trägt zur Bildung von hohen Harnsäurewerten bei. Purine (wichtige Bausteine der Nukleinsäuren DNA und RNA) werden durch den Abbau von Nukleinsäuren gebildet, welche Teil der Zellkerne sind. Harnsäure entsteht durch die Oxidation der Purine, aber sie kann auch synthetisch aus einfachen Stoffwechselmolekülen hergestellt werden. Aufgrund ihres hohen Puringehalts, ist es nicht ratsam große Mengen gekochter Bohnen und Erbsen zu essen - aber gekeimte Hülsenfrüchte werden auch bei Gicht noch empfohlen.

Zucker, speziell Fruchtzucker und der Fruchtzuckeranteil des Haushaltszuckers, erhöhen die Produktion der Harnsäure und möglicherweise den Abbau der Nukleinsäuren. Allerdings hat Alkohol eine noch stärkere Auswirkung auf die Bildung von Harnsäure, insbesondere in Form von Bier. 95% der Personen die von Gicht betroffen sind, sind Männer und von diesen ist ein besonderes Merkmal ein hoher Bierkonsum.

Koffein aus Kaffee und Theophyllin aus Tee sind methylierte Purine. Während diese offensichtlich keine direkte Auswirkung auf den Harnsäurespiegel zu haben scheinen, so tragen sie zum Kalzium- und Magnesiumverlust des Körpers bei. 300mg Koffein (ca. 3 Tassen Kaffee) verdoppeln den Kalziumverlust im Urin bei Männern und Frauen gleichermaßen.

BLUTGERINNUNGSSTÖRUNGEN

Ein wichtiger und entscheidender Faktor, insbesondere bei rheumatoider Arthritis, ist ein übermäßiges Wachstum von unerwünschten Bakterien und Pilzen/Fungi im Darm. Die Hauptursache dafür ist meistens eine Behandlung mit Antibiotika, manchmal aber auch das Fleisch von Tieren, welche während der Aufzucht mit Antibiotika und anderen Drogen gefüttert wurden. Das Problem wird durch zu wenig Magensäure, sowie durch eine Ernährung mit vielen süßen Speisen und Kohlehydraten verschärft.

Das führt zu starker Vermehrung von Candida Hefezellen, welche sich nun in Fungi umwandeln mit langen Fäden oder Schläuchen. Diese dringen in die Damrmwände ein und verursachen starke Entzündungen, wodurch die Struktur so stark geschädigt wird, dass nun mikrobielle Toxine und andere Giftstoffe leicht aus the Darm in das Blut gelangen. Dies verursacht Allergien und schwächt das Immunsystem. Zusätzlich werden die Darmwände auch durch Gluten, Aspirin und anderen Schmerzmitteln geschädigt.

Nun verbreiten sich schädliche Microben nicht nur im Blut aus sondern auch in Muskeln und Gelenken. Dies is the Hauptgrund für die meisten Arten von Arthritis und Rheuma. Diese Invasion von mikrobiellen Toxinen in Verbindung mit Nahrungsmittelallergien erzeugt nicht nur Gelenk- und Muskelentzündungen, sondern auch ein Phänomen das sich „verdicktes Blut“ nennt: die roten Blutkörperchen beginnen sich zu verbinden und zu verklumpen.

In diesem Zustand können sie nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden und verstopfen zusätzlich die Blutgefäße in den Muskeln, was zu Sauerstoffmangel, Nährstoffmangel und einer Anreicherung von Stoffwechselabfallprodukten führt. Dies führt zu einer allgemein schwachen Blutzirkulation, welche eine der Hauptursachen der Morgensteifigkeit bei Arthritis ist.

Die verklumpten Blutkörperchen und die daraus resultierende schwache Durchblutung konnten direkt in den Kapillargefäßen der Bindehaut in den Augen von Arthritis-Kranken beobachtet werden. Derselbe Zustand ist verantwortlich für eine erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit (Erythrozytensedimentationsrate) - auch E.S.R. genannt - im Blut der Patienten mit entzündlicher Arthritis. Eine erhöhte E.S.R. ist in der Regel ein Anhaltspunkt für eine allgemeine Infektion oder Entzündung und weit verbreitete Immunreaktionen im Körper.

Zusätzlich zu Infektionen, Entzündungen und Allergien, führt auch eine erhöhte Fettaufnahme zeitweise zu einer Verdickung des Blutes. Dies ist vermutlich der Grund für die Verbesserung, die während einer fettarmen Ernährung festgestellt wird. Menschen mit Arthritis haben oft eine schlechte Leberfunktion und eine langsame Beseitigung der Fettteilchen (Chylomikronen) aus der Blutbahn. Das macht die Blutzellen klebriger, wodurch sie verklumpen und der dadurch entstehende Sauerstoffmangel erhöht den Schmerz in den betroffenen Gebieten.

Es hat sich gezeigt, dass die Verdickung des Blutes zeitweise in einem Bereich auftritt, welcher durch einen plötzlichen Stoß, wie bei einem Sturz oder einem harten Schlag, ausgelöst wird. Diese lokale Verdickung könnte die Ursache für die häufig auftretende „traumatische Arthritis“ sein. Wie man die verdickten Blutgefäße reinigen kann steht im Artikel Cardiovascular Disease (kardiovaskuläre Erkrankungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankung). Ein ähnlicher Effekt wie das Blutverdicken wird bei Hyperkoagulation erzeugt.

Hyperkoagulation (erhöhte Blutgerinnung)

Fibrin ist ein Faserstoff des Blutes und ein unlösliches Protein, das bei der Blutgerinnung aus Fibrinogen, einem Globulin des Blutplasmas, entsteht. Es bildet Blutgerinnsel welche die Wunden schließen, um die Blutung zu stoppen. Das Problem mit Fibrin ist, es verbindet sich auch, wenn nicht-blutende Entzündungen aktiv sind, so wie bei Krankheiten welche die Durchblutung beeinflussen. Solche Entzündungen entstehen häufig durch Candida und andere Mikroben und Giftstoffe in Darm und Blut.

Der daraus resultierende Überschuss des verbundenen Fibrin bildet feine Blutgerinnsel, welche den Blutfluss in den Kapillargefäßen blockieren. Außerdem klebt es an den Wänden der Blutgefäße fest, verengt ihre Öffnungen und bewirkt, dass die Blutzellen verklumpen. Diesen Prozess nennt man Hyperkoagulation. Verklebtes Blut scheint eine Voraussetzung dafür zu sein, dass Tumore Metastasen entwickeln, Cholesterin die Arterien verstopft und ist ebenfalls ein häufiger Auslöser für Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall, tiefe Beinvenenthrombose, Nierenerkrankungen, Muskelschmerzen wie z.B. Fibromyalgie, chronische Müdigkeit, Kreislaufprobleme wie z.B. bei Diabetes, Ohnmachtsanfälle, abnehmendes Erinnerungsvermögen und Demenz.

Die Klumpenbildung kann in einer Live-Blut-Analyse beobachtet werden, wenn Erythrozyten (rote Blutkörperchen) zusammenkleben, sich verbinden und dabei manchmal aussehen wie viele Münzen die übereinander gestapelt wurden (rouleaux formation oder Geldrollenbildung). Dieses verklumpte Blut kann nicht so frei fließen wie gesundes Blut und kann sich nicht durch die Kapillargefäße bewegen, so dass viele Organe nicht genügend Nährstoffe bekommen. Fibrinolytische (fibrin-auflösende) Enzyme können die Klebrigkeit des Blutes vermindern, und verstopfte oder blockierte Blutgefäße wieder durchgängig machen.

Nattokinase ist das effektivste fibrinolytische Enzym zur Auflösung von Blutgerinnseln. Es wird von fermentierten Sojabohnen gewonnen, welche traditionell in Japan gegessen werden und dort als Natto bekannt sind. Es ist normalweiße als Kapseln mit einer fibronolytischen Enzymaktivität von 2000 FU (Fibrinolytic Units) zu haben. Die normale Dosis ist jeweils eine Kapsel vor dem Frühstück und Abendessen, am besten in einem proteinfreien Getränk oder gefolgt von etwas Obst.

Um jedoch bereits verstopfte Blutgefäße zu reinigen und die Blutgerinnsel aufzulösen, ist eine hohe Dosis von bis zu 12 über den Tag verteilten Kapseln über mehrere Monate notwendig oder bis sich die Durchblutung merklich verbessert hat. Bei einer hohen Dosis dürfen 2 oder 3 Kapseln drei- oder viermal am Tag vor den Mahlzeiten und zur Bettgehzeit eingenommen werden. Mit krankhafter Blutungsneigung und blutverdünnenden Medikamenten, wie z.B. Warfarin, muss man mit Nattokinase sehr vorsichtig sein, da dies zu starken Blutungen führen kann. Einen guten Artikel über Nattokinase kann man unter http://old.cnmwellness.com/art_nattokinase-11-08.pdf finden.

Serrapeptase ist ein Enzym das Blutgerinnsel und totes Gewebe auflöst. Es kommt ursprünglich von Seidenraupen und hilft etwas weniger effektiv bei der Auflösung von Blutgerinnseln, aber es löst totes Gewebe, wie z.B. Narben, Verwachsungen und Zysten auf. Gebräuchlich sind 20.000 bis 80.000 Einheiten/Kapseln, aber es sind auch 250 Einheiten/Kapseln zu bekommen. Die maximale Dosis liegt bei etwa 400.000 pro Tag. Es kann auch zusammen mit Nattokinase eingenommen werden.

Bromelain ist ein gerinnungs- und entzündungshemmendes Enzymegemisch das aus Ananas gewonnen wird. Es baut alle Arten von unerwünschten Proteinresten ab. Es wird meist als Gelatine-Auflösende-Einheiten oder GDU (Gelatine Dissolving Units) gemessen, allgemein 2000 GDU/Gramm. Nehmen Sie bis zu 6000 GDU täglich, aufgeteilt in Dosen auf nüchternen Magen, getrennt von Nattokinase und Serrapeptase (z.B. 20 Minuten später), da diese durch Bromelain und Papain (Papaya Enzym) verdaut werden könnten.

BESONDERE NÄHRSTOFFE

Arthritis Patienten jeglicher Art zeigen in der Regel eine Vielzahl an Vitamin- und Mineralstoffmangel. Oft gibt es Unregelmäßigkeiten im Stoffwechsel, der viel höhere Mengen an Vitamin- und Mineralstoffen als normal benötigt um wirksam zu sein.

Nicotinamid (auch Niacinamid genannt – Vitamin B3) ist am wirkungsvollsten bei Arthrose, besonders bei Knieproblemen. In einer kontrollierten Studie, bei der 663 Patienten Nicotinamid eingenommen haben, hatten diese einen viel besseren Bewegungsradius als die unbehandelte Kontrollgruppe. Zu beobachten waren außerdem verminderte Schmerzen und eine erhöhte Beweglichkeit der Gelenke innerhalb von 2-6 Wochen. Die Dosierung wurde kontinuierlich auf 1g dreimal pro Tag erhöht und wurde abgesetzt, sobald die Wirkung eingetreten ist. Darüber hinaus wurde eine hohe Dosis Vitamin B-Komplex eingenommen.

Pantothensäure (Vitamin B5) dagegen, ein weiteres Vitamin aus der Reihe der B-Vitamine, ist bei rheumatoider Arthritis wirkungsvoller. Ein akuter Pantothensäuremangel bei der Ratte erzeugt pathologische (krankhafte) Gelenkveränderungen, ähnlich denen bei Arthrose. Patienten, denen das Präparat gegeben wurde, zeigten eine beschränkte Besserung, welche aber stoppte, sobald das Präparat wieder weggelassen wurde.

Patienten mit rheumatoider Arthritis haben deutlich weniger Pantothensäurel im Blut als eine Kontrollgruppe. Das Ausmaß des Mangels steht in direktem Zusammenhang mit der Schwere der Symptome: je niedriger der Blutspiegel des Vitamins, desto schwerer waren die Symptome. Nachdem über 2 bis 4 Monate jeweils 500mg Pantothenat (Salz der Pantothensäure) pro Tag eingenommen wurde, zeigte eine Gruppe der Patienten eine erhebliche Verbesserung bei Morgensteifigkeit, dem Grad der Schmerzen und Behinderung.

In einer anderen Studie erhielte eine Gruppe von Patienten täglich eine Spritze mit 50mg Pantothenat, entweder einzeln oder mit Gelée Royale. Die Symptome verbesserten sich nach 7 Tagen, zeigten aber keine weitere Verbesserung bei höheren Dosierungen. Sobald die Einnahme aufhörte, fielen die Blutwerte allmählich wieder auf ihre ursprünglichen niedrigen Werte mit Rückkehr der ehemaligen Symptome.

Vegetarier hatten üblicherweise höhere Pantothensäurewerte im Blut und reagierten besser auf das Präparat mit Pantothenat. Interessanterweise verbesserte sich das Ausmaß des verdickten Blutes - und damit auch die E.S.R. - durch Gabe von Pantothenat.

Vitamin B6 ist hauptsächlich bei Problemen mit den Händen, Fingern, Handgelenken, Armen und Schultern vorteilhaft. Taubheitsgefühl, Kribbeln, Schmerzen, Steifheit und Schwäche verbessern sich häufig in 8-12 Wochen bei einer Einnahme von täglich 100-150mg Vitamin B6. Manchmal werden auch Dosierungen von 500mg täglich zusammen mit einem Zink Präparat verabreicht.

Vitamin E ist ein Inhibitor entzündungsfördernder Prostaglandine. Auf diese Weise sollte es bei allen Arten der Arthritis förderlich sein. Während einer 10-tägigen Studie mit einer täglichen Einnahme von 900 I.E. (Internationale Einheit) Vitamin E, berichteten 52% aller Patienten von einer schmerzlindernden Wirkung.

Vitamin C Präparate haben sich bei allen Arten der Arthritis als förderlich herausgestellt. Meerschweinchen, bei denen eine Arthrose künstlich hervorgerufen wurde, entwickelten starke Symptome bei einer niedrigen Aufnahme von Vitamin C, aber nur milde Symptome bei einer hohen Aufnahme. Bei der rheumatoiden Arthritis sind die Vitamin C Werte in Blut und Gewebe besonders niedrig. Bei Gicht verbessern 4g Ascorbat täglich die Ausscheidung von Harnsäure, während eine tägliche Einnahme von 8g zusätzlich den Harnsäurespiegel im Blut erheblich senkt. Ein hoher Vitamin C Gehalt im Blut vermindert den Histamin-Spiegel und damit Entzündungen. Vitamin C ist besonders wichtig, um Bindegewebe zu bilden und gesund zu halten. Verwenden Sie Natriumascorbat (Natriumsalz der Ascorbinsäure) anstatt Ascorbinsäure oder neutralisieren Sie 2 Teile aufgelöste Ascorbinsäure mit 1 Teil Natron. Am besten ist eine Mischung von etwa 10g Natriumascorbat und 10g MSM und Magnesiumchlorid (siehe Mehr Energie durch Sauerstoff oder besser More Energy & Less Disease with Vitamin C and MSM).  

Während der Folsäure-Gehalt bei rheumatoider Arthritis zumeist niedrig ist, so scheinen Ergänzungsmittel bei Gicht besonders hilfreich zu sein. Hohe Dosierungen von 10-75mg am Tag wurden verwendet, um die Harnsäureproduktion zu stoppen. Außerdem wurde berichtet, dass dies wirksamer ist als irgendein Medikament, welches die Harnsäure-Werte im Blut senkt. Bei einer solchen Menge an Folsäure, kann eine zusätzliche Aufnahme von Vitamin B12 erforderlich sein.

Mineralien

Bor ist in der Therapie von Arthritis und Osteoporose das wichtigste Mineral. In Kombination mit Kalzium und Magnesium, reguliert es die Freisetzung von Parathormon (Hormon der Nebenschilddrüsen) welches dann den Kalzium-, Magnesium- und Phosphatgehalt in Blut und Knochen steuert. Durch Bormangel wandert Kalzium von den Knochen in Blut und Weichteile und erhöht die Ausscheidung von Kalzium und Magnesium über den Urin. Umgekehrt erhöhen Bor-Präparate die Festigkeit und Dichte der Knochen und Zähne. Bor erhöht auch den Blutspiegel von Sexualhormonen, insbesondere bei Frauen nach den Wechseljahren. Bor kommt in der Natur in frischem Obst und Gemüse vor oder wird als Borax oder Borsäure zugeführt, siehe auch Die Borax-Verschwörung.

Kupfer hat den Ruf, ein wirksames, entzündungshemmendes Mittel bei Arthritis zu sein. Im medizinischen Bereich wird es hauptsächlich in der Form von Kupfer-Salicylat verwendet. Es kann die Beweglichkeit der Gelenke verbessern, Schwellungen und Schmerzen verringern und die E.S.R. normalisieren. In einer Studie wurden 65% der 620 Patienten beschwerdefrei, aber auch andere entzündliche Gelenkkrankheiten wurden für durchschnittlich 3 Jahre verbessert. Allgemein werden 60mg Kupfer-Salicylat zweimal täglich über 10 Tage hinweg eingenommen (kaufen von www.strideintohealth.com). Sollte dies nicht verfügbar sein, probieren Sie es mit Kupfer-Chelat oder Kupfergluconat. Durch Kupfermangel erhöhen sich die Harnsäurewerte bei Gicht. Die Kupferwerte im Blut bei rheumatoider Arthritis sind erhöht, während die Leberdepots in Reaktion auf die entzündlichen Prozesse aktiviert werden, wodurch Gewebemangel entsteht.

Allerdings haben Arthritis-Patienten festgestellt, dass es oft sehr effektiv ist, einfach nur ein Kupferarmband um die betroffene Gliedmaße zu tragen. Diese Methode wurde von einer medizinischen Untersuchung bestätigt. Wenn nach einem Monat das Kupferarmband bei einer großen Gruppe der Patienten durch einen Placebo ersetzt wurde, verschlimmerten sich die Werte bei den Personen, bei denen sie sich vorher verbessert hatten, wieder. Der durchschnittliche Verlust von Kupfer aus den Armbändern pro Monat lag bei 13mg, welches vermutlich durch den Schweiß gelöst und über die Haut absorbiert wurde.

Magnesium ist von ähnlicher Bedeutung wie Bor, da beide Mineralien eng zusammenarbeiten. Am besten nutzt man es als Magnesiumchlorid-Lösung oder Magnesium-Öl, welches man (eventuel verdünnt) auf die Haut der betroffenen Gelenke aufträgt, vorzugsweise zusammen mit DMSO. Für weitere Informationen schauen Sie unter Magnesiumchlorid.

Selen Werte sind bei rheumatoider Arthritis sehr niedrig. Je länger die Dauer der Erkrankung und je schwerwiegender die Symptome, desto niedriger ist in der Regel der Selengehalt im Blut; auf der anderen Seite wird ein erhöhter Selenspiegel mit einem verbesserten Hämoglobinspiegel (roter Blutfarbstoff) in Verbindung gebracht.

Sulfur: Es gibt alte Überlieferungen über die Einnahme von Bädern bei Arthritis. Der positive Effekt dieser Bäder wurde von medizinischen Studien bestätigt. Der Sulfurspiegel im Blut erhöht sich nach einem Sulfurbad. Das Bad und auch die Einnahme von Sulfur-Präparaten hat in vielen Fällen eine Verbesserung des allgemein verminderten Cystingehalts in den Fingernägeln, hin zu einem normalen Wert geführt. Cystin ist eine schwefelhaltige Aminosäure, welche hauptsächlich in Eigelb vorkommt. Molybdän (chemisches Element) ist erforderlich um Schwefel in den Knorpeln aufzunehmen.

Zink Werte in Blut und Zellen sind bei rheumatoider Arthritis, im Vergleich mit anderen Kontrollgruppen, deutlich verringert. Allerdings wird zu viel Zink mit dem Urin wieder ausgeschieden. Hohe Dosierungen mit Zinkpräparaten führen bei den meisten Patienten zu einer wesentlichen Verbesserung aller Krankheitsparameter. Wenn jedoch sehr hohe Dosen Zink (z.B. 3x 50mg Zink) über einen langen Zeitraum, ca. mehr als 6 Monate, eingenommen werden, kann sich ein Kupfermangel mit einer Verschlechterung der Symptome entwickeln. Zusätzlich können hohe Dosen von Zinksulfat das Verdauungssystem reizen.

Andere Antirheumatika

Während mehrfach ungesättigte Fettsäuren aus Ölsaaten dazu neigen, entzündliche Gewebehormone oder Prostaglandine zu erzeugen, helfen Fischöle, Linolensäure (dreifach ungesättigte Fettsäure) in Leinsamen und Gamma-Linolensäure oder GLA (dreifach ungesättigte Omega-6-Fettsäure in Nachtkerzenöl) entzündungshemmende Prostaglandine zu erzeugen. Üblicherweise werden Leinöl, Lebertran oder Kapseln mit Fischölkonzentrat benutzt. Mit Nachtkerzenöl (z.B. viermal täglich) kann es 4-12 Wochen dauern bis eine Verbesserung eintritt. Einige Patienten, welche die meisten Langzeit-Verbesserungen gezeigt haben, fühlten sich während der ersten 2 Wochen schlechter. Auch andere entzündungshemmende Heilmittel sind hilfreich, wie z.B. frischer Ingwer, Kurkuma, Mutterkraut, kanadische Gelbwurzel und Propolis.

Flavenoide sind hauptsächlich gelbe, orangene, rosane oder lilane Pflanzenpigmente wie in verschiedenen Früchten und Blüten. Einige der wirksamsten werden Bioflavonoide genannt; dazu gehören Rutin und Hesperidin. Flavenoide stärken die Blutkapillaren, verbessern die Absorption und Wirkung von Vitamin C, sie sind starke Antioxidantien und haben antiallergische und entzündungshemmende Eigenschaften. Auf diese Weise sind sie besonders vorteilhaft bei entzündlichen Formen der Arthritis. Manche Flavenoide hemmen insbesondere die Autoimmunreaktionen um die Gelenke. Eine gute Ernährung enthält 1g oder mehr Flavenoide. Sie sind außerdem auch als Nahrungsergänzung zu bekommen.

Die Aminosäure DL-Phenylalanin kann ein sehr wirksames Schmerzmittel sein. Es kann bis zu 3 Wochen dauern bis man Resultate sieht. Normalerweise werden 750mg dreimal am Tag eingenommen; sollte dies nicht helfen, kann man die Dosis für weitere 3 Wochen verdoppeln. Entzündungen und Schwellungen können vermindert werden. Ein ähnlich wirksamer Effekt wurde in der Aminosäure Tryptophan entdeckt. Patienten welche mit Tryptophan gegen Depressionen behandelt wurden, verspürten auch eine Linderung der Arthritis. Auch die Aminosäure L-Histidin kann hilfreich sein.

Mucopolysaccharide, auch Proteoglykane genannt, bilden lange Ketten, welche die Basis der Knorpel und des Bindegewebes sind. Normalerweise machen Proteoglykane etwa 80% des Knorpels aus. In arthritischen Knorpeln können sie aber auf bis zu 40% oder weniger reduziert sein. Die Einnahme von Proteoglykanen als Lebensmittel oder Nahrungsergänzung hat sich als sehr vorteilhaft herausgestellt.

Diese können von Grünlippmuscheln (Perna canaliculus) geliefert werden. Verschiedene experimentelle Studien haben eine erhebliche Verbesserung bei den meisten Patienten mit einer Langzeit-Einnahme gezeigt. Darüber hinaus wurden mit Kalbknorpel gute Ergebnisse erzielt, insbesondere die Injektion von vorverdauten Knorpeln. Mittlerweile sind auch flüssige Rinderknorpel zur oralen Einnahme verfügbar, alternativ kann man auch Haifischknorpel verwenden, diese sind aber schwieriger zu verdauen und zu absorbieren. Andere Nahrungsmittel wie, Aloe Vera, Hafer, Okra, Süßkartoffelblätter, Haifischflossensuppe, Sternmoos und vor allem Brühe aus Fischköpfen haben ebenfalls einen hohen Proteoglykan-Anteil.

Der Aminozucker Glucosamin ist ein Hauptrohmaterial für die Synthese von Proteoglykanen. Wenn man ausreichend Glucosamin zu sich nimmt, ungefähr 1,5g pro Tag, hilft dies eine normale Knorpelzusammensetzung wieder herzustellen und ist außerdem sehr wichtig für die betroffenen Gelenke. N-Acetyl-Glucosamin ist dabei die bevorzugte Wahl. Es dürfen aber auch andere Arten von Glucosamin benutzt werden - fügen Sie MSM ebenfalls hinzu. Ein weiterer Grundbaustein der Knorpel ist Chondroitinsulfat. Glucosamin wird im Körper aus Glucose and der Aminosäure L-Glutamin gebildet. Anstatt Glucosamin können Sie daher Glutamin einnehmen.

Yucca ist eines der wenigen Kräuter, welches bei der Behandlung von Krankheiten wissenschaftlich bewertet wurde. Von 149 Patienten mit Arthritis hatten 61% weniger Schwellungen, Schmerzen und Steifheit. Manche benötigten einige Monate der Behandlung bevor eine Besserung eintrat. Vielversprechende Berichte sind auch für die bittere Wurzel der Teufelskralle verfügbar.

Proteinverdauende oder proteolytische Enzyme sind sehr bekannt für ihre entzündungshemmenden Eigenschaften. Es wurde festgestellt das Bromelin, ein Enzym aus der Ananas, die meisten entzündlichen arthritischen Krankheiten verbessert.

ABFALLSTOFFE, GIFTE UND MIKROBEN

Angespannte Muskeln, welche die Gelenke umgeben, haben einen sehr starken Einfluss auf den Gelenkverschleiß. Solche Verspannungen können durch Entzündungen oder Überarbeitung dieser Muskelgruppen kommen, die Ursache dafür kann aber auch aufgestaute emotionale Anspannung sein. Wenn wir Emotionen haben, aber nicht nach diesen handeln um sie aufzulösen, dann wird diese Energie im entsprechenden Muskel, in Form dauerhafter Kontraktionen einiger Muskelfasern, gespeichert.

Dies nennt man Muskelverhärtung (muscle armoring). Aufgestauter Ärger kann z.B. Einfluss auf die Schultermuskeln haben und aufgestaute sexuelle Anspannung kann Becken- und Hüftmuskulatur betreffen. Ein verhärteter Muskel hat einen permanent zusammengezogenen Kern mit einer stark reduzierten Blut- und Lymphzirkulation. Dies wiederrum fördert die Ansammlung von Toxinen und Stoffwechselschlacken in diesem Bereich. Zusätzlich verhindern solch verhärtete Muskelgruppen um ein Gelenk, dass eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen das Gelenk erreicht.

Aufgrund des Nährstoffmangels neigen verhärtete Muskeln außerdem dazu, eine große Menge an Milchsäure zu erzeugen. Dies setzt wiederum Histamin frei und führt zu Entzündungen. Gleichzeitig tragen diese über-sauren Bedingungen zur Erosion von Knochen und Gelenken bei (z.B. Osteoporose). Sind die Bedingungen aber zu basisch (z.B. wenn sich der Stoffwechsel mit zunehmendem Alter verlangsamt), dann werden Verkalkungen wie Gelenkdeformationen auftreten.

Während verhärtete Muskeln auf diese Weise zu Nährstoffmangel der Gelenke und damit zu Arthritis führen, ist auch das Gegenteil der Fall: ein entzündetes Gelenk führt zu Muskelverspannungen und einer Verhärtung um den Muskel und dies wiederrum trägt langfristig zu Gelenkverschleiß bei.

Dentale Risiken

Neben einer ungesunden Darmflora sind abgestorbene Zähne eine weitere Hauptursache von endogenen Toxinen, welche im eigenen Körper produziert werden. Abgestorbene Zähne sind noch gefährlicher als Quecksilber-Amalgan-Füllungen oder zwei verschiedene Arten von Metall im Mund. Zähne mit einer Wurzelkanalfüllung, einer Stiftkrone und manchmal auch Zähne mit großen Füllungen oder Wurzelstiften sind abgestorben.

Abgestorbene Zähne zerfallen allmählich und verursachen eine chronische Osteitis mit Aufweichung und Entzündung des umliegenden Kieferknochens. Gifte werden kontinuierlich in umliegendes Gewebe und den Blutstrom freigesetzt. Dies kann sich sogar nach dem Entfernen des Zahnes noch fortsetzen, wenn der erkrankte Knochen nicht bis zum gesunden Teil entfernt wird oder wenn noch Fragmente der Wurzel oder Metall zurückbleiben.

Im Akupunktur-System bezieht sich zudem jeder Zahn auf einen spezifischen Energiemeridian, Organ und auch Gelenk. Daher kann ein Störfeld in einem bestimmten Zahn Arthritis in dem dazugehörigen Gelenk auslösen oder verstärken. Dazu einige Beispiele: Zahn Nummer 3 wird an allen Standorten mit den Hüften in Verbindung gebracht, die unteren Zähne 6 und 8 und die oberen Zähne 4, 5 und 8 stehen mit Schultern und Ellenbogen in Zusammenhang, auch die Hände, Füße und Zehen an verschiedenen Orten. Zahn Nummer 1 und Nummer 3 an jedem Standort steht für die Füße, Hinterseite der Knie und Steißbein, und die unteren Zähne 4 und 5 und oberen Zähne 6 und 7 stehen für die Vorderseite der Knie und den Kiefer.

Um Probleme zu vermeiden sollten alle abgestorbenen Zähne entfernt werden und die von Osteitis betroffenen Bereiche abgetragen werden. Wenn Sie Zweifel über den Zustand Ihres Kiefers mit fehlenden Zähnen haben, ziehen Sie einen Therapeuten zu Rate der Elektro-Akupunktur-Tests mit einer Vega-Ausrüstung anbietet. Da dort keine Nerven sind, kann es sein, das kein Schmerz da ist um die Osteitis zu erkennen. Viele Zeugnisse ehemaliger Patienten bestätigen eine Verbesserung wenn ein abgestorbener Zahn entfernt wurde. Für weitere Details lesen Sie den Artikel Dental Problems.

Die P.C. Mikrobe

Durch die zuvor bescriebene Invasion von Candida und die damit verbundene Schächung unserer Immunfunktionen kommt es auch zu einer Vermehrung von anderen schädlichen und zumeist innerlich erzeugten Mikroben.

Dr Virginia Livingston-Wheeler hat diese endogene Mikrobe Progenitor Cryptocides (oder kurz P.C.) genannt. Normalerweise lebt P.C. in einer Virus-ähnlichen Form in einer positiven Symbiose innerhalb unserer Körperzellen, aber wenn unser Immunsystem zu schwach wird, kann P.C. die Zellen verlassen und unkontrolliert wachsen, dabei wechselt P.C. seine Größe und Form zu bakterien- und pilzähnlichen Formen.

Verschiedene Forscher haben herausgefunden, dass P.C. in seinem virulenten Zustand eine große Rolle bei der Entwicklung von Kollagen- und Bindegewebskrankheiten spielt. Dazu gehören rheumatoide Arthritis und auch Krebs. P.C. greift vor allem die Bereiche mit der niedrigsten Vitalität an durch Ausscheiden von Enzymen die zu einer lokalen Zerstörung der Kollagenstruktur führen.

Wenn der Prozess der Zerstörung des Bindegewebes in den Gelenken beginnt, wird das Immunsystem zunächst den Schaden eingrenzen, indem es den angegriffenen Bereich mit einer großen Anzahl weißer Blutkörperchen infiltriert. Diese setzen Enzyme frei, welche den durch P.C.-Aktivität denaturierten Knorpel auflösen und auch versuchen P.C. zu zerstören. Dieser Prozess sieht von außen betrachtet aus, als ob das Immunsystem sein eigenes Gewebe zerstört und wird daher Autoimmunerkrankung genannt.

Tierversuche haben gezeigt, dass die Injektion einer hohen Dosis virulenter P.C.-Kulturen zur Entwicklung von Tumoren führt, während eine niedrige Dosis zu verschiedenen Formen von Krankheiten mit Bindegewebszerstörung - einschließlich rheumatoider Arthritis - führt. Letztendlich wird das Immunsystem zu schwach und der Körper versucht den Schaden durch Verkalkung der Gelenke zu begrenzen.

Andere Forscher haben die P.C. Mikrobe Pleomorphe Mikroben genannt. Pleomorph bedeutet, dass diese Mikroben ihre Form wechseln und sich entwickeln können von Sporen und Vieren zu verschiedenen bakteriellen und fungal Gebilden. Die wirksamste Behandlung für die meisten Arten von Arthritis, aber speziell für rheumatoide Arthritis, ist eine Darmsanierung und eine antimikrobielle Therapie, wie in Die ultimative Reinigung beschrieben.

Mangelhafte Entschlackung

Bei Arthritis sind die Entgiftungs-Organe meist schwach und führen zur Schleimanhäufung im Lymphsystem und Verfettung der Organe und Muskeln.

Aufgrund seiner schweren Löslichkeit ist Harnsäure ein besonders unangenehmer Überrest des Stoffwechsels, welche zu Ablagerungen von Nadel-ähnlichen Kristallen führt. Diese Kristalle reizen die Muskeln und Gelenke und tragen in hohem Maße zu Schmerzen bei, welche durch harte Muskeln mit Verspannungen und Entzündungen erzeugt werden. Dies führt zu Gicht und verschiedenen Formen von Rheuma.

Hohe Konzentrationen von Harnsäure werden durch eine Ernährung mit viel Fleisch, Zucker, Kaffee und Tee gefördert. Da Harnsäure nur leicht löslich ist, benötigt man viel Wasser und gut funktionierende Nieren um sie aus den Muskeln und Gelenken zu spülen und aus dem Körper zu entfernen.

Andere Organe, welche bei Arthritis für gewöhnlich auch schwach sind, sind der Magen, die Leber, die Gallenblase und normalerweise das ganze Verdauungssystem. Die typische Beteiligung der großen Zehen bei Gicht ist besonders bezeichnend, da diese die Startpunkte der Akupunktur-Meridiane der Leber sind. Neben den Nieren gibt es noch andere Entgiftungs-Organe, wie die Eingeweide, die Leber, die Haut und die Lungen; all diese Organe müssen stark stimuliert werden, um die giftigen und hinderlichen Abfallrückstande aus den arthritischen Gelenken und rheumatischen Muskeln zu entfernen.

ERNÄHRUNG

Die grundlegende Ernährung bei Arthritis besteht aus viel Rohkost, wie z.B. Keimlingen, frischen Gemüsesäften mit viel Weizen- oder Gerstengras und roter Bete; auch vegetarische Salate in sich erhöhenden Mengen - je nach Stärke der Verdauung. Sie können Linsen und braunen Reis kochen, dies wird in der Regel zusammen mit der gleichen Mahlzeit gegessen; aber auch gedünstetes Gemüse, insbesondere Zwiebeln, grüne Bohnen, Okras, Süßkartoffelblätter und rote Bete. Im Allgemeinen werden süße Gemüse wie Karotten, Kürbis und Süßkartoffeln, am besten roh und fein gerieben, als Teil des Salats gegessen. Legen Sie regelmäßig Rohkosttage ein.

Anstatt kommerzielles Hefeteig-Brot zu benutzen, experimentieren Sie mit dem Backen von Sauerteig. Verwenden Sie rohes Eigelb von Eiern aus Freilandhaltung (z.B. als Teil der Salatsoße), ansonsten weich gekochtes Ei. Fisch und Meeresfrüchte sind gut, besonders eine Brühe aus gegarten Fischköpfen und Gräten. Leber kann gelegentlich gegessen werden, außer bei Gicht. Weitere hilfreiche Nahrungsmittel sind Avocados, Mandeln, Pekannüsse, Sellerie, Krautsalat, Erdnüsse, Erdnussöl und extra-natives Olivenöl.

Je empfindlicher die Haut gegen Kälte, Insektenstiche und Reizmittel ist, desto weniger Obst sollte gegessen werden; alternativ können Fruchtsäuren mit Natron neutralisiert werden. Bei unempfindlicher Haut sollten Sie einen großen Anteil Obst essen, einschließlich Bananen, vor oder anstelle einer Mahlzeit. Mischen Sie etwas Leinsamen (im Mixer oder in der Kaffeemühle mahlen und kühl aufbewahren) und einen Löffel Lecithin unter die meisten Mahlzeiten.

Manchmal verbessert sich Arthritis wenn man Nahrungsmittel aus der Familie der Nachtschattengewächse meidet: Tomaten, Kartoffeln, Paprika, Auberginen. Diese können das giftige Alkaloid (stickstoffhaltiges Pflanzengift) Solanin enthalten, vorhanden insbesondere in grünen Bereichen von Kartoffeln und Tomaten.

Diese Nahrungsmittel sollten am besten vermieden verwenden bis eine ausreichende Besserung eingetreten ist, dann können Sie diese schrittweiße wieder einführen, während man sich vorsichtig selbst überwacht. Essen Sie nur rote Paprika, keine Grünen. Allerdings sind roher Kartoffelsaft und eine Brühe aus Kartoffelschalen für manche Betroffenen hilfreich und Sie können damit experimentieren.

Vermeiden Sie Kuhmilchprodukte, gluten, Weizenprodukte (außer Weizengrassaft) und anfangs auch andere glutenhaltige Lebensmittel wie Roggen, Gerste und Hafer; Süßstoffe und gesüßte Lebensmittel, Salz, rotes Fleisch, Hefe, Fett, frittierte Produkte, kommerzielle mehrfach ungesättigte Öle, Margarine oder andere stark verarbeitete Lebensmittel, oder Lebensmittel mit Konservierungsstoffen oder anderen unbiologischen Chemikalien. Wenn Sie empfindlich sind vermeiden Sie auch Speisesäuren wie Zitronensaft und Essig, Fruchtsaft oder getrocknete Früchte. Vermeiden Sie Alkohol und Zigaretten; seien Sie vorsichtig mit Kaffee und Tee. Vermeiden Sie chlor- und fluoridhaltiges Wasser zum Kochen und Trinken. Minimieren Sie gekochte Hülsenfrüchte bei Gicht.

Wegen des meist schwachen Verdauungssystems ist es wichtig nur kleine Mahlzeiten einzunehmen, welche Sie sehr gut kauen sollten. Das Frühstück sollte die Hauptmahlzeit sein oder wenn möglich das Mittagessen. Das Abendessen sollte nur eine leichte Mahlzeit am frühen Abend sein. Nehmen Sie alles Wasser zu sich in dem Gemüse oder brauner Reis gekocht wurde. Wenn Fleisch, Fisch oder Nüsse verwendet werden, essen Sie diese als ersten Teil der Mahlzeit. Wenn möglich, legen Sie sich nach dem Mittagessen hin als "Verdauungsschlaf".

Zwar ist es wichtig viel zu trinken, aber das sollten Sie nicht während oder nach den Mahlzeiten tun, so dass die Verdauungssäfte nicht verdünnt werden. Trinken Sie einen halben Liter Wasser (bevorzugt warm), schwachen Kräutertee (z.B. Pfefferminze), oder - wärmstens empfohlen - frischen Gemüsesaft vielleicht verdünnt) etwa 30 Minuten vor dem Frühstück. Benutzen Sie hauptsächlich Weizengras, Gerstengras, Sellerie, Petersilie, essbare Kräuter und andere grüne Blätter, sowie rote Bete für einen Gemüsesaft und nur eine geringe Menge an süßem Gemüse (z.B. Karotten, Kürbisse) und Äpfel für den Geschmack. Ein weiteres Glas Wasser, Kräutertee oder frischer Saft kann vor anderen Mahlzeiten getrunken werden. Trinken Sie die Säfte langsam und in Abständen, um einen Anstieg des Blutzuckerspiegels zu minimieren. Für weitere Informationen über Allgergietests, Säfte, Nahrungsmittelauswahl und Zubereitung, sowie Stoffwechsel-Typen und Blutgruppen, sehen Sie HEALING FOODS.

Entschlackungskur

Fasten oder Reinigungsphasen sind von größter Bedeutung, sogar noch wichtiger, je weiter die Krankheit fortgeschritten ist. Häufigkeit, Dauer und Nahrungseinschränkungen müssen Abhängig von der Schwere der Krankheit und der  Empfindlichkeit des Körpers ausgewählt werden.

Im Allgemeinen ist es gut jeden Monat etwa eine Woche zu fasten bis eine erkennbare Verbesserung eingetreten ist, dann allmählich weniger. Beginnen Sie mit einem Fastentag, dann auf drei erhöhen bevor Sie eine volle Woche fasten. Menschen mit unempfindlicher Haut und mit Gicht können öfter mit frischen Früchten, besonders (ungespritzten) Äpfeln fasten. Empfindliche Personen sollten hauptsächlich frische grüne Gemüsesäfte, Keimlinge und vegetarische Salate, nur mit Kräutern und etwas Olivenöl gewürzt, zu sich nehmen.

Nehmen Sie am ersten Morgen der jeweiligen Fasten-Phase einen Esslöffel Bittersalz in Wasser aufgelöst zu sich, um die Därme zu reinigen. Wenn Ihre Verdauung eher schwach ist, trinken Sie hauptsächlich frisch gepressten rohen Gemüsesaft; Weizengras- oder Gerstengrassaft ist ideal. In der ersten Reinigungs-Phase können Sie auch gekochten braunen Reis zu sich nehmen. Nach dem Fasten können Sie neue Nahrungsmittel nach und nach wieder einführen. Achten Sie dabei auf Zeichen einer Allergie oder einer Verschlechterung der Symptome und entfernen Sie diese Nahrungsmittel von Ihrem Speiseplan.

Sanieren Sie Ihre Darmflora indem Sie eine Kur aus Acido- und Bifidobakterien-Kulturen einnehmen. Am besten vermindern Sie schädliche Bakterien und Pilze, indem Sie eine große zerdrückte Knoblauchzehe mit einem Esslöffel Bittersalz in einem Liter Wasser trinken. Wenn Sie das Bittersalz nicht vertragen versuchen Sie es stattdessen mit einem gehäuften Teelöffel Kochsalz.

Trinken Sie diese Mischung am Morgen eines jeden Fastentages als Erstes. Nehmen Sie dann eine halbe Stunde nach dem letzten Knoblauchtrunk eine geeignete Menge Acido- oder Bifidobakterien-Kulturen als Joghurt oder als hochwirksame Kapseln oder Pulver in einem großen Glas Kräutertee oder verdünntem Gemüsesaft zu sich. Später benutzen Sie nur noch kleinere Mengen frischen Knoblauch mit Flohsamen oder zum Würzen von Gerichten. Für weitere Informationen gehen Sie auf Basic Cleanse und Intestinal Sanitation.

Ergänzungsmittel

Als grundlegendes Ergänzungsmittel sollten Sie eine Vitamin-B-Komplex Tablette zu jeder Mahlzeit einnehmen. Zusätzliche Vitamine könnten sein: Vitamin B6 gegen bestimmte Probleme, z.B. 500mg oder mehr bei Hand-, Arm- und Schulterproblemen; bis zu mehreren Gramm Pantothensäure bei rheumatoider Arthritis und bis zu 3g Nicotinamid bei Arthrose, was besonders effektiv bei Knieproblemen ist. Alle Präparate sollten in getrennten Dosen während der Mahlzeiten und Zwischenmahlzeiten eingenommen werden. Mischen Sie einen halben Teelöffel Natriumascorbat und eine natürliche Form des Vitamin E unter jedes Essen.

Mineralien die helfen sind 30-50mg Zink, 10-20mg Mangan, 600mg Magnesium, 100-200mcg Selen ebenso wie Chrom und Molybdän. Die therapeutische Dosis von Bor sind normalerweise 9 bis 12mg und die Erhaltungsdosis 6mg. 50-60mg Borax enthalten ungefähr 6mg Bor. Um diese Menge abzuwiegen, lösen Sie einen gerundeten Teelöffel Borax in einem Liter Wasser auf. Ein Teelöffel davon liefert 3mg Bor. Nehmen Sie diese Menge Anfangs 3-4 Mal pro Tag und später zweimal täglich zu den Mahlzeiten.

Zusätzlich sollten Sie sehr viel Magnesiumchlorid zu sich nehmen, wie auch im Artikel Magnesiumchlorid empfohlen. Für den täglichen Gebrauch ist es bequemer das Magnesiumchlorid in Wasser aufzulösen. Sie können ein Glas zur Hälfte mit Magnesiumchlorid-Flocken auffüllen und es dann bis zum Rand mit Wasser aufgießen. Drei Mal täglich ein Teelöffel dieser Lösung im Essen oder Trinken liefert eine tägliche Aufnahme von ungefähr 600mg Magnesium. Wenn Sie Magnesium-Öl haben, dann benutzen Sie einen Teelöffel dieses Öls pro Tag, entsprechend verdünnt, um 600mg Magnesium aufzunehmen.

Personen mit empfindlichen Geschmacksnerven sollten zu Beginn nur kleine Mengen Magnesiumchlorid mit stark gewürztem Essen mischen und die Dosis allmählich erhöhen. Man kann damit beginnen einen Tropfen in ein Glas Wasser oder in eine Mahlzeit zu geben. Wenn das funktioniert, nehmen Sie das nächste Mal zwei Tropfen, dann drei, solange bis es anfängt unangenehm zu schmecken. Nehmen Sie vorübergehend wieder weniger, aber nach ein oder zwei weiteren Wochen sollten Sie es nicht mehr schmecken und Sie können wieder beginnen mehrere Tropfen zu versuchen bis Sie die gewünschte Menge erreicht haben. Viele Menschen haben sich bei mir beschwert, dass Sie es nicht nehmen konnten, weil sie es zu Beginn in einer zu hohe Dosierung eingenommen haben.

Wenn Sie sich nicht an den Geschmack von Magnesiumchlorid gewöhnen können - aber auch für Kinder - nehmen Sie stattdessen die gleiche Menge an Magnesiumcitrat. In zu grosser Menge kann Magnesium Durchfall bewirken.

Organisch gebundener Kupfer wurde dazu benutzt um Entzündungen zu reduzieren; hauptsächlich als Kupfer-Salicylate (Kupfer-Salicylate führt nicht zu Blutung oder anderen Problemen wie das medizinische Salicylate Aspirin). Oft hilft es, stattdessen nur ein Kupferarmband um die entsprechende Gliedmaße zu tragen. Sulfur ist ein wichtiger Bestandteil der Knorpel. Zusätzlich zu ein oder zwei Eigelb, sollten Sie viele Zwiebeln oder schwefelhaltige Gemüse essen, oder auch  2 bis 3 Teelöffel oder 10-20g MSM.

Ein oder mehrere Tropfen Lugol’s Jod Lösung täglich wird dringend empfohlen. Falls nicht erhältlich können Sie Seetang nehmen. Oft wird auch Glucosamin benutzt, 500mg vor oder während der Mahlzeit (ich bevorzuge N-Acetyl Glucosamin). Auch flüssige Rinderknorpel (1 Teelöffel täglich) oder möglicherweise Extrakte der Grünlippmuschel können eingenommen werden, etwa 350mg dreimal täglich. Sie können auch Chondroitinsulfat, ein biologisches Makromolekül probieren, aber es ist schwer vom Körper aufzunehmen. Anstelle dieser Produkte können Sie auch 10 bis 30g der Aminosäure L-Glutamin nehmen, um Glucosamine selbst im Körper aus Glukose herzustellen.

Lebertran wird oft empfohlen. Sie können einen Esslöffel mit etwas Lecithin und frischem Orangensaft in einem Glas mischen, einige empfehlen dies vor dem zu Bett gehen zu nehmen. Dies liefert die essentielle Omega-3-Fettsäure DHA und die Vitamine A und D. Fischöl ist neben Heilbutt-Lebertran-Kapseln besser als Lebertran, noch besser ist sogar Krill-Öl.

Wenn Sie unempfindlich oder älter sind oder Zeichen eines Mineralienmangels (z.B. weiche Fingernägel) haben, kann ein Salzsäure-Präparat zu den Mahlzeiten von Vorteil sein, besonders zu proteinreicher Nahrung.

Auch Präparate mit den Verdauungsenzymen Bromelain und Papain oder Ananas und Papaya oder sind bei einem fortgeschrittenen Krankheitsbild hilfreich. Diese können auch vor den Mahlzeiten eingenommen werden, um Schmerzen und Entzündungen zu vermindern. Wenn Nahrungsmittel oder chemische Empfindlichkeiten trotz einem Allergietest und Vermeidung der Auslösenden Nahrungsmittel weiterhin vorhanden sind, dann können einige Gramm der Aminosäure L-Glutamin helfen die Darmwand zu heilen.

D- oder DL-Phenylalanin (aber nicht L-Phenylalanin) vermindert Schmerzen indem es Enzyme die natürliche schmerzlindernde Hormone im Gehirn zerstören daran hindert. Beginnen Sie mit 500mg dreimal täglich. Es kann bis zu 3 Wochen dauern bis die volle Wirkung eintritt; erhöhen Sie eventuell die jeweilige Dosis auf 1500mg. Sobald eine Wirkung eintritt, verringern Sie die Menge wieder auf eine minimale Erhaltungsdosis. Die Rinde der Silberweide kann als pflanzliches Salicylat gegen Schmerzlinderung eingesetzt werden, aber es wird für eine langfristige Verwendung nicht empfohlen, da es Allergien erhöhen kann; benutzten Sie daher besser Copper Salicylate. Bei Gicht sind Kupfersalicyate und 5mg Folsäure zu den Mahlzeiten hilfreich.

Weitere vorteilhafte Ergänzungsmittel sind Gelée Nachtkerzen-Öl, Spirulina, Blütenpollen, Ginseng und Yucca; bei rheumatoider Arthritis auch immunanregende Mittel wie Propolis und Echinacea. Entzündungshemmende pflanzliche Heilmittel sind auch die  kanadische Gelbwurzel, Mutterkraut, Ingwer und Kurkuma.

Um die Leberfunktion zu verbessern sollten Sie die Mariendistel versuchen. Versuchen Sie nach den Mahlzeiten eine halbe Tasse eines bitteren Leberkrauts wie z.B. Tausendgüldenkraut, Teufelskralle oder Enzian. Zu anderen Zeiten sind auch harntreibende Kräutertees wie Mädesüß und Sarsaparille nützlich, beide helfen dabei die Harnsäure zu entfernen. Erhöhen und verringern Sie hochdosierte Ergänzungsmittel schrittweise oder vor und nach dem Fasten und bei auftretender Verbesserung. Je mehr frischen grünen Saft, Rohkost, Reinigung und geeignete zusätzliche Therapien (Alkalisieren) Sie machen, desto weniger Ergänzungsmittel sollten erforderlich sein.

WEITERE MAßNAHMEN

Zusätzlich zur direkten Beseitigung schädlicher Rückstände durch die Haut, ist es von größter Bedeutung die Beseitigung der Rückstände durch den Darm und die Nieren zu verbessern. Ein Großteil der Morgensteifigkeit bei Arthritis kommt durch Wassereinlagerungen. Dies kann durch die Vermeidung von Salz und durch die Einnahme von pflanzlichen Diuretika (Wirkstoff zur Ausschwemmung von Wasser aus dem Körper durch die Nieren) wie z.B. Wacholderbeeren oder Tee aus Pfirsichblättern und auch Mädesüß, Sarsaparille oder Sassafras verbessert werden.

DMSO

Zusätzlich zur antimikrobiellen Therapie und Boron, ist DMSO oder Dimethylsulfoxid das wichtigste Heilmittel gegen Arthritis. Es hat alle nützlichen Eigenschaften von MSM, aber oft in einem höheren Maße und verfügt außerdem über zusätzliche heilende Eigenschaften basierend auf seiner antioxidativen und lösenden Eigenschaft. Es gibt kein anderes biologisches Lösungsmittel welches so leicht in die Haut eindringen kann.

Weil es so schnell absorbiert wird – man kann es schon einige Minuten nach dem Auftragen auf die Haut im Mund schmecken – und wegen seiner Fähigkeit die Schmerzsignale an das Gehirn zu unterbrechen, stoppt bzw. reduziert DMSO auch sehr schnell Schmerzen bei Arthritis, Muskelverletzungen und anderen Arten von Schmerzen oder Entzündungen. Obwohl die Schmerzen nach mehreren Stunden wieder kommen können, so werden diese in der Regel mit jeder erneuten Anwendung von DMSO verringert. Im Gegensatz zu anderen Schmerzmitteln, insbesondere der medizinischen Art, welche langfristige Schäden verursachen können, beschleunigt DMSO die Heilung beschädigter Bereiche erheblich. Der Grund dafür liegt in seiner antioxidativen, entzündungshemmenden und antimikrobiellen Eigenschaften und seiner Fähigkeit die Durchblutung und Nährstoffaufnahme zu verbessern, Verstopfungen zu lösen und Anspannungen zu vermindern.

Um Hautirritationen zu vermeiden, verteilen Sie DMSO auf der Haut über die schmerzhaften Bereiche, aber nur in verdünnter Form - 70% oder weniger. Dies kann je nach Empfindlichkeit der Haut variieren. DMSO wird normalerweise nicht auf verletzter oder offener Haut angewendet, es wurde aber auf frische Schnittwunden und andere Wunden aufgetragen und hat die Heilung stark beschleunigt ohne Schmerzen oder Unbehagen zu erzeugen. Je nach Ausmaß der Schmerzen oder Entzündung kann DMSO mehrmals täglich aufgetragen werden, allerdings kann die Notwendigkeit für mehrere Anwendungen in den folgenden Tagen reduziert werden. Den Effekt kann man innerhalb weniger Minuten spüren. Auch Schwellungen, z.B. von verstauchten Knöcheln, können schnell verschwinden wenn diese mit DMSO bedeckt werden. Während DMSO einfach mit Wasser und Glycerin zu mischen ist, ist es nicht mit Ölen oder Petroleum mischbar. Für weitere Informationen lesen Sie MSM and DMSO.

Entsäuerung

Wenn Arthritis aktiv ist, verursacht sie starke Übersäuerung, was wiederrum zu Erhöhung von Entzündungen und Schmerzen führt. Außer einer basischen Ernährung kann dies auch mit basischen Substanzen wie z.B. Kaliumcitrat, Natriumbicarbonat (Natron) und Kaliumbicarbonat kontrolliert werden. Geben Sie einen halben bis ganzen Teelöffel Bicarbonat in ein Glas Wasser und trinken Sie dies zwei- oder dreimal täglich auf nüchternen Magen oder 2-3 Stunden nach den Mahlzeiten. Eine Bicarbonat-Lösung ist auch sehr hilfreich bei direktem Kontakt mit Pilzen wie z.B. zum Ausspülen des Mundes, der Nasennebenhöhlen oder der Vagina oder als Wickel für Stellen mit Pilzinfektion oder Tumoren. Kaliumcitrat können Sie ins Trinken geben, aber auch direkt unter das Essen mischen. Benutzen Sie bis zu einem gestrichenen Teelöffel drei Mal am Tag. Für weitere Informationen lesen Sie ALKALIZING with Sodium Bicarbonate and Potassium Citrate.

Bläschenbildung

Bläschenbildung, auch Counterirritation genannt, ist eine direkte Methode zur Säuberung lokaler Krankheitsbilder und wurde seit Jahrhunderten erfolgreich bei Arthritis und anderen rheumatischen Beschwerden eingesetzt. Oft sieht man die Ergebnisse schneller und zuverlässiger als bei anderen Methoden.

Die übliche Methode besteht darin, die Haut über einem schmerzenden oder steifen Gelenk zu irritieren, indem man ein bläschenbildendes Mittel aufträgt. Man kann das betroffene Gelenk auch kräftig abbürsten oder die Gelenke sogar absichtlich von Insekten beißen oder stechen lassen. Ein Hausmittel gegen Arthritis ist es, ein steifes oder schmerzhaftes Gelenk in ein Ameisennest zu halten oder es von Sand- und Stechmücken stechen zu lassen. Auch Bienenstiche wurden verwendet. Ein anderes Volksheilmittel ist es, die betroffene Stelle mit einem Strauch Brennnesseln zu schlagen.

Im Prinzip geht es darum, die Gifte und verstopften Energien aus dem Inneren an die Oberfläche zu ziehen. Einreibemittel, Kompressen und Pflaster können dazu genutzt werden. Pflanzliches Terpentin oder Petroleum eignen sich als bläschenbildende Mittel, aber am häufigsten werden Cayennepfeffer, Senfmehl oder Kanthariden verwendet. Cayennepfeffer oder Senfmehl können mit Wasser zu einer Paste angerührt werden. Diese Paste wird in einem Leinen- oder Baumwolltuch verteilt und dann auf die betroffene Stelle gelegt. Dies wird so lange auf der betroffenen Stelle belassen, bis das Brennen zu unangenehm wird. Im besten Fall sollte sich eine Blase entwickelt haben, es kann aber auch sein, dass sich kleine Pusteln gebildet haben. Waschen Sie die verbleibenden Reste der Paste ab und öffnen Sie die Blase mit einer Nadel um die Flüssigkeit ablaufen zu lassen. Für die Heilung der Haut legen Sie ein frisches Kohl-Blatt auf die Blase und reiben diese später dann mit Vitamin E Öl ein.

Wenn Kanthariden-Pflaster (auch Canthariden) verfügbar sind, schneiden Sie ein Stück in der Größe von ein bis mehreren Briefmarken aus und bringen Sie es auf. Lassen Sie es dann je nach Empfindlichkeit für 12-24 Stunden auf der Haut. Bei eher unempfindlicher Haut muss diese erst an vielen Stellen über dem betroffenen Gelenk irritiert oder anderweitig mechanisch gereizt werden bevor man das Pflaster anbringt. Bei langjährigen Sympthomen kann die Blasenbildung mehrmals an verschiedenen Stellen um das Gelenk oder entlang dem Verlauf infizierter Nerven, wie bei Gürtelrose, wiederholt werden.

Die Blasenbildung kann auch bei Kreuzschmerzen, Ischias Syndrom, Myositis, Neuralgie und Neuritis, Hexenschuss, Schleimbeutelentzündung,Spondylitis, sowie bei Schmerzen, Entzündungen und Infektionen der inneren Organe angewandt werden. Während das Kanthariden-Pflaster in vielen Ländern nicht verkauft wird, so ist es in Deutschland noch erhältlich. Außerdem gibt es in Deutschland eine Kombination aus Kanthariden und  Crotonöl, genannt Baunscheidt-Öl (Pyonex-Öl), welches man in die zuvor irritierte Haut reibt (Pyonex Behandlung oder Baunscheidtismus). Wiederholen Sie den Bläschenprozess bis der Schmerz oder die Steifheit verschwunden sind.

Ich fand leichtes Petroleum sehr effektiv. Befeuchten Sie ein Tuch damit und wickeln Sie es um das betroffene Gelenk und dann mit Plastik. Nach einiger Zeit kann die Haut anfangen zu brennen, aber versuchen Sie die Packung so lange Sie können umzubehalten. Mit empfindlicher Haut kann dies weniger als eine halbe Stunde sein, mit unempfindlicher Haut mehrere Stunden. Nachdem man die Packung entfernt hat, wird das Brennen sehr schnell nachlassen, aber waschen Sie es nicht mit Wasser ab. Die Haut wird danach sehr rot sein, wie nach einem Sonnenbrand, und kann nach ein paar Tagen beginnen sich zu schälen, genau wie bei einem Sonnenbrand.

Darmreinigung

Fette und fettlösliche Giftstoffe und Abfälle werden durch die Leber und Gallenblase in den Darm freigesetzt. Außerdem unterstützen bittere Kräutertees, welche empfohlen werden um die Verdauung zu verbessern, diese Aufgabe. Zusätzlich muss der Darm aktiv und offen gehalten werden. Je sauberer der Darm ist, desto leichter und schneller wird der Rest des Körpers gereinigt. Ein verstopfter Darm führt zu verstopften Lymphen, Blut und Gewebe.

Essen Sie ausreichend abführend wirkende Nahrungsmittel, an erster Stelle Flohsamen und Magnesiumchlorid in ausreiched Wasser, um 2-3 Stuhlgänge am Tag zu haben. Darüber hinaus können Sie einen Teelöffel Bittersalz in warmem Wasser trinken, entweder als erstes am Morgen oder vor dem Schlafengehen. Ein guter pflanzlicher Reiniger ist Aloe. Aloe kann mit Sennesblättern für eine gelegentliche Generalreinigung, besonders vor und während dem Fasten, kombiniert werden. Falls vorhanden, nehmen Sie anfangs eine Reihe professioneller Darmspülungen. Sehen Sie dazu auch die Seite zu Hydrotherapy, Packs & Colonics.

Wickel, Einreibungen, Bäder, Farben

Wickel, Bäder und Einreibungen können sehr hilfreich sein. Zum Einreiben benutzen Sie am besten warmes Erdnussöl. Reiben Sie es in die betroffenen Gelenke, während Sie den Bereich dabei (und bis zu 5-15 Minuten danach) warm halten, z.B. mit einer Infrarotlampe oder einem Heizgerät. Für eine schnellere Schmerzlinderung können Sie auch etwas Sassafrasöl, Wintergrün oder Nelken zum Erdnussöl hinzufügen.

Für einen Wickel sollten Sie Magnesiumchlorid verwenden (bevorzugt) oder Bittersalz (wird schlechter absorbiert). Tränken Sie ein Tuch in einer gesättigten Magnesiumlösung oder alternativ auch in sehr warmem Wasser. Wringen Sie es ein wenig aus und bedecken Sie es mit einer großen Schicht Magnesiumsalz. Alternativ reiben Sie das Magnesium-Öl direkt auf die Haut. Tragen Sie dies auf eine schmerzhafte oder steife Stelle auf und halten Sie das Ganze für 1-2 Stunden mit einer heißen Wärmflasche warm. Wenn das Problem in den Händen oder Füßen besteht, stellen Sie eine konzentrierte Magnesiumsalz-Lösung her und tauchen den betroffenen Bereich darin ein, während Sie die Lösung so heiß wie möglich halten. Für die Hüften oder wenn die Gelenke und die Wirbelsäule an mehreren Stellen schmerzen, können Sie einen 25kg Sack Magnesiumchlorid kaufen und 1-5kg in ein heißes Bad geben, je konzentrierter desto besser. Wiederholen Sie all dies ein oder zwei Mal die Woche. Sie sollten nach dem Bad oft schwitzen.

Wenn Sie mit der Farbtherapie experimentieren wollen, können Sie die schmerzhaften oder entzündeten Bereiche aus geringem Abstand mit kräftigem blauen Licht anstrahlen, während Sie bei chronischer Schwäche und Steifheit ein orangenes Licht benutzen sollten. Sie können eine farbige Glühbirne verwenden oder alternativ einen Farbfilter oder gefärbtes Zellophan, welches mit einer normalen Glühbirne oder der Sonne als Lichtquelle verwendet werden kann. Bestrahlen Sie die betroffene Stelle für etwa 60 Minuten mit einer farbigen Glühbirne, dabei sollte die Birne so nah wie möglich an der Haut sein, aber immer noch so weit entfernt, dass die starke Hitze kein Problem ist. Entfernen Sie während dieser Zeit andere Lichtquellen. Es ist vermutlich einfacher, das betroffene Gelenk einfach in ein farbiges Zellophan zu wickeln und es dann dem normalen Tageslicht oder Sonnenlicht oder auch elektrischem Licht auszusetzen.

Tiefe Muskelmassagen können auch sehr hilfreich sein. Leider ist dies auch ziemlich schmerzhaft. Wenn Sie aber die Möglichkeit und Mut haben, würde ich es wärmstens empfehlen. Wenn die Massage nicht professionell Durchgeführt werden kann, können Sie einen Freund oder Verwandten fragen, ob er tief in schmerzhafte oder angespannte Muskeln drücken könnte – sie können dies sogar selbst tun. Drücken Sie auch die schmerzhaften Stellen in den Schultern bei Armproblemen und in den Hintern bei Beinproblemen.

„Erbrech“-Therapie

Eine andere Methode, welche überraschend gute Ergebnisse bei verschiedenen Fällen liefert, ist ausgelöstes Erbrechen. Dies reinigt nicht nur den Magen von jeglichen angehäuften Abfällen, sondern, und das ist besonders wichtig, entspannt die Verdauungsorgane und stimuliert den Solarplexus.

Um das Erbrechen auszulösen, trinken Sie 5 oder 6 Becher lauwarmes Wasser innerhalb einiger Minuten und berühren bzw. reizen Sie Ihren Rachen im unteren Bereich (z.B. mit einer Feder). Wiederholen Sie diese Prozedur bis das Wasser dabei klar ist.

Bewegung

Die beste Übung den angespannten Muskeln Energie zuzuführen und diese zu entspannen sind schüttel Übungen und abwechselnd anspannen und relaxieren. Manchmal kann man den ganzen Körper schütteln, zu anderen Zeiten nur die betroffenen Bereiche. Man kann dies im Stehen, Sitzen oder sogar im Liegen tun. Schütteln Sie die Gliedmaßen oder den ganzen Körper für eine Minute oder länger, während Sie zur gleichen Zeit so schnell und tief atmen wie Sie können.

Anspannung kann ebenfalls in jeder Position ausgeübt werden. Sie können die Muskeln um die schmerzhaften, schwachen oder steifen Gelenke oder Beine einfach anspannen oder die Anspannung in allen Muskeln kontinuierlich erhöhen. Dabei beginnen Sie mit den Füßen und arbeiten sich nach oben bis zum Kopf vor. Zur gleichen Zeit sollten Sie tief einatmen. Halten Sie den Atem und die maximale Anspannung für einige Sekunden und atmen Sie dann aus, während Sie zur selben Zeit Ihre Muskeln entspannen – diesmal vom Kopf ab nach unten. Wiederholen Sie dies etwa 10-mal und mehrfach im Verlauf des Tages. Auch isometrische Übungen können erfolgen: Drücken Sie die Arme oder Beine gegen eine Wand oder ein anderes feststehendes Objekt. Halten Sie einen tiefen Atemzug während Sie pressen und achten Sie darauf Ihre Muskeln danach zu entspannen.

Wenn Sie ohne große Schmerzen gehen können, dann sollten Sie lange Spaziergänge machen und dabei das tiefe Atmen in sauberer Luft üben. Wenn Sie Probleme mit dem Laufen haben, versuchen Sie es mit Schwimmen. Als prinzipielle Gesundheitsmaßnahme können Sie die Angewohnheit entwickeln, regelmäßig Yogaübungen zu machen, speziell die Übungen, welche die Wirbelsäule oder den Rücken und die Darmgegend stärken.

Gefühle und Vorstellungskraft

Aufgestaute Gefühle tragen erheblich zur Muskelverhärtung bei und damit auch zur Entwicklung von Arthritis. Die häufigsten Probleme sind unterdrückte Bitterkeit, unterdrückte Sexualität und Ärger.

Wenn Sie Arthritis in den Beingelenken oder der Hüfte haben, kicken Sie für mehrere Minuten heftig ein Kissen oder etwas Ähnliches. Wenn das Problem die Arme oder Schultern sind, schlagen Sie ein Kissen oder eine Matratze mit den Fäusten. Wenn Sie noch Groll auf eine bestimmte Person hegen, können Sie sich auch vorstellen diese zu schlagen oder zu treten. Machen Sie zur gleichen Zeit wütende Geräusche, Sie können auch weinen oder schreien.

Dies können die an folgenden Tagen wiederholen. Wenn Sie das Gefühl haben, all den aufgestauten Ärger und Wut aufgelöst zu haben und sie sich emotional leer fühlen, beginnen Sie damit, sich eine Szene vorzustellen, in welcher Sie der betreffenden Person, und allen anderen an die Sie sich erinnern, vergeben. Versuchen Sie am Ende einige nette Gedanken auszusenden.

Auch wenn Sie sich an keine spezielle Situation oder Person erinnern können welche Sie frustriert hat, so machen Sie die Übung trotzdem. Es kann passieren, dass manche Erinnerungen erst während der Übung hochkommen. Vergeben Sie sich am Ende selbst für all Ihre Probleme die Sie anderen bereitet haben oder die andere Ihnen bereitet haben.

Eine andere sehr hilfreiche Übung ist das Tagträumen. Setzen oder legen Sie sich in eine bequeme Position und machen Sie eine der vielen vorhandenen Entspannungsübungen. Stellen Sie sich dann vor, dass Sie mit jedem Einatmen einen blauen Strahl heilende Energie einatmen, welchen Sie dann geistig an die schmerzende Stelle leiten. Stellen Sie sich den Schmerz als roten Ball aus Feuer vor, welcher das entzündete Gelenk umgibt. Sehen Sie zu, wie die blaue Heilenergie den Feuerball auflöst und bei jedem Ausatmen eine trübe Mischung aus roter und blauer Energie den Körper verlässt. Allmählich wird der Feuerball kleiner und kleiner bis er nach mehreren Minuten komplett verschwunden ist. Fühlen Sie wie das Gelenk in die beruhigende blaue Heilenergie eintaucht. Wiederholen Sie diese Übung wenn nötig, um die Schmerzen zu beeinflussen.

Wenn ein Gelenk sehr schwach oder steif ist, dann können Sie sich auch eine orangene oder goldgelbe Heilenergie vorstellen und dabei zusehen, wie diese die behindernden grauen und schwarzen Abfälle oder Verkalkungen wegspült. Stellen Sie sich dann das Gelenk in einer perfekten Form und Kondition vor. Schauen Sie sich dazu ein anatomisches Bild an, damit Sie wissen, wie ein gesundes Gelenk aussehen sollte. Zuletzt sehen Sie sich geistig in einer Fernsehübung in der Sie mit den kranken Gelenken arbeiten und diese ganz normal bewegen, ebenso wie Ihren ganzen Körper, so wie Sie die Gelenke und Ihren Körper gerne bewegen würden.

Zusätzliche Hilfsmittel

Es gibt verschiedene andere Bedingungen welche die Krankheit entweder positiv oder negativ beeinflussen können. Ich möchte hier kurz einige von ihnen nennen. Halten Sie sich an kalten Nächten warm. Es kann hilfreich sein in der kälteren Jahreszeit in einem Naturfaser-Schlafsack zu schlafen. Auf der anderen Seite kann ein Federbett die Symptome wegen statischer Elektrizität zwischen den Federn verschlimmern. Am besten benutzen Sie ein Kissen aus natürlichen Fasern, das selbe gilt für die Matratze. Wenn Sie weiterhin auf einer Schaumgummi Matratze schlafen wollen, sollten Sie mehrere Decken aus Naturfasern auf die Matratze legen.

Arbeiten oder schlafen Sie nicht über eine längere Zeit in der Nähe von leistungsstarken elektrischen Geräten, vermeiden Sie es über einen längeren Zeitraum Neonlicht ausgesetzt zu sein – siehe Electromagnetic Pollution. Schlafen Sie nicht mit einem Arm unter dem Kopf, sitzen Sie nicht mit überkreuzten Beinen. Vermeiden Sie synthetische Kleidung. Am besten sind Naturfaser Teppiche und Vorhänge und Sie sollten so wenig wie möglich große synthetische Gegenstände oder aus Plastik um sich haben.

Reduzieren Sie das Tragen einer Brille, schauen Sie regelmäßig ohne die Brille zum blauen Himmel und die grüne Umgebung; seien Sie so viel wie möglich draußen. Laufen Sie barfuß auf feuchtem Gras. Als älterer Mann beschränken Sie Ihren Samenverlust bei sexueller Aktivität, bis sich die Symptome ausreichend verbessert haben. Frauen sollten während ihrer Periode anstrengende Aktivitäten vermeiden, da dies die Menstruation unterdrücken und die Arthritis verschlimmern kann. Es ist allerdings in Ordnung, wenn die Periode wegen einer vegetarischen- oder Rohkost-Diät zur Reinigung ausbleibt.

Lassen Sie jeden abgestorbenen Zahn und die Osteitis im Kieferknochen entfernen. Am besten sollten Sie auch Amalgamfüllungen gegen biologisch verträgliche Kompositfüllungen (Kunststofffüllungen) austauschen. Wenn Sie noch Zweifel haben, suchen Sie sich einen Therapeuten welcher Elektro-Akupunktur-Tests anbietet, sogenannte Hautwiederstands-Überprüfung.

Versuchen Sie es mit Reflexzonenmassagen, dies ist sehr wirkungsvoll; lesen Sie dazu den Artikel über Reflexology. Regen Sie die Haut mit abwechselnden heißen und kalten Duschen und kräftigem Bürsten an – insbesondere über steifen Gelenken.

Kreuzschmerzen entstehen oft aufgrund von Problemen im Unterleib oder den Geschlechtsorganen. Eine wunderbare Therapie bei Kreuzschmerzen, neben den Yogaübungen, ist es sich mit dem Kopf nach unten zu hängen. Hierzu wird besondere Ausrüstung benötigt, welche Sie im Sportfachgeschäft bekommen. Wenn Sie aber abenteuerlustig sind, können Sie sich auch von einer gut gesicherten Leiter hängen. Polstern Sie zwei der oberen Sprossen, setzen Sie sich auf die niedrigere der beiden und lassen Sie den Oberkörper herunterhängen während die Füße einen sicheren Halt hinter der oberen gepolsterten Sprosse finden. Holen Sie sich einen Helfer zur Unterstützung.

ENDERGEBNIS

Wie Sie sehen, gibt es so viele Möglichkeiten mit denen Sie sich selbst helfen können, dass Sie gar nicht wissen wo Sie anfangen sollen. Beginnen Sie mit den  wichtigsten Dingen: Die Ultimative Reinigung, Borax, Vitamin C/MSM, und DMSO. Zusätzlich sollten Sie Ihre Ernährung verbessern, die Säuren neutralisieren, grundlegende Ergänzungsmittel zu sich nehmen und Ihren Körper reinigen. In den meisten Fällen wird dies den Zustand normalisieren. Wenn nötig können Sie auch mit anderen Empfehlungen experimentieren. Ihre Belohnung wird proportional zu Ihren Bemühungen sein. Für ausführlichere Informationen lesen Sie OVERCOMING ARTHRITIS.

Übersetzt vom Englischen ins Deutsche by Nina Schneider

Anmerkung: Für Bezugsquellen von Produkten die in diesem Artikel genannt werden siehe http://www.health-science-spirit.com/de.index.htm

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